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Wohin nur mit der Brücke?

Wohin nur mit der Brücke?
Die Laumans-Brücke soll erhalten werden, als Erinnerung an die Tonindustrie in Brüggen. FOTO: Heike Ahlen
Brüggen. In der Nacht zu Freitag „schwebte“ die 11,3 Tonnen schwere Brücke zur Seite. Ob das der erste Schritt zur dauerhaften Rettung war? Von Heike Ahlen

Die Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Laumans-Gelände schreiten voran. Dabei war auch die „Brücke“ wieder in den Fokus geraten. Das Förderband, das seit Anfang der 1950-er Jahre die Bornerstraße überspannte, gehört zu den Dingen, die der neuen Bebauung weichen müssen.

Sehr kurzfristig hatte sich eine Initiative gebildet, die sich für den Erhalt der Brücke einsetzt. Auch Geld ist bereits gesammelt worden.

In der Nacht von vergangenen Donnerstag auf Freitag war es dann so weit. Mitarbeiter der mit dem Abbruch betrauten Firma Lankes rückten an, um Mitternacht wurde die Borner Straße gesperrt. Mit Schneidbrennern durchtrennten die Abbruch-Profis die Stahlkonstruktion, auf der das markante Holzgebilde stand.

Maximal drei Stunden waren für die Aktion vorgesehen – es ging deutlich schneller.

Um kurz vor eins schwebte die Brücke am Kran. 11,3 Tonnen zeigte die Waage an. Und um 1.04 Uhr stand sie seitlich der Straße.

Bei der Versetzung hat sie Schaden genommen – die Regenrinnen sind zerdrückt, einige Ziegel fehlen. Dafür war die Aktion für die Initiative zur Brückenrettung aber kostenlos. „Wir wären genau so vorgegangen, wenn es keine Ideen für eine Weiterverwendung gegeben hätte“, sagt Markus Zohlen, Geschäftsführer der Firma Lankes. Ihm sei klar gewesen, dass diese Schäden entstehen. Eine Sicherung durch untergesetzte Träger hätte nach seiner Berechnung etwa 1 000 Euro gekostet.

Bis Ende dieser Woche, so Zohlen, hätten die Brücken-Retter jetzt Zeit, zu sagen, was mit der Brücke passieren soll. Dann müssten die Abbrucharbeiten auf dem Gelände fortgesetzt werden, und die Brücke müsse endgültig weichen.

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(StadtSpiegel)