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Sie gehen den Weg gemeinsam

Sie gehen den Weg gemeinsam
Frank Fritsche (Stubo), Johannes Weiss (Abteilungsleiter Klassen 9/10), Wolfgang Jöres (Schulleiter), Gariele Götze (IHK) und Martin Mundfortz haben die Schulpartnerschaftsvereinbarung offiziell gemeinsam unterschrieben. FOTO: Gina Dollen
Brüggen. Eine direkte Zusammenarbeit zwischen Schule und Ausbildungsbetrieb – die gibt es seit kurzem an der Gesamtschule Brüggen. Von Gina Dollen

Wer von uns hat früher nicht mit voller Überzeugung Sätze wie „Ich werde mal Pilot“ oder „Wenn ich groß bin, werde ich Ballerina“ gesagt. Doch wenn es dann nach der Schule wirklich an die Berufswahl geht, erscheint das Ganze gar nicht mehr so einfach. Ausbildung oder Studium ist oft die erste Frage und genau da liegt das Problem vieler Firmen. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung. In Brüggen soll sich das jetzt ändern und zwar durch eine sogenannte „Schulpartnerschaftsvereinbarung“.

Durch die Aktion „IHK vor Ort“, bei der Firmen beraten und über die Angebote der IHK aufgeklärt werden, gab es im Brüggener Unternehmen „Mundfortz Baustoffe GmbH“ eine Fachkräfteberatung. „Wir als kleines Baustoffunternehmen sind nicht immer der erste Ansprechpartner, wenn es um die Ausbildung geht. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam überlegt, welche Möglichkeiten es gibt, neue und motivierte Fachkräfte zu bekommenen und sind so auf die Schulpartnerschaft gestoßen“, berichtet Martin Mundfortz.

Schnell war klar: Schüler zwischen 16 und 18 Jahren würden perfekt in das Konzept passen und so fiel die Wahl auf die Gesamtschule Brüggen. „An einer Gesamtschule gibt es ganz verschiedenen Schüler und das passt auch zu unseren drei Berufsfeldern, die für jeden die richtige Herausforderung bieten“, erklärt Martin Mundfortz. Die drei Berufsfelder sind in diesem Fall der „Groß- und Außenhandel“, „Büromanagement“ und „Lager und Logistik“.

Den jungen Leuten müsse gezeigt werden, wie interessant ein solcher Beruf ist und welche Aufstiegsmöglichkeiten es auch in kleinen Unternehmen gibt. „Wir bilden Beispielsweise nur Leute aus, die wie nachher auch übernehmen können“, betont Mundfortz. Eine schöne Perspektive.

Bei der Schulpartnerschaft unterstützen sich Schule und Unternehmen gegenseitig. Während sich das Unternehmen auf Praktikanten, Aktionen in der Schule und mögliche neue Auszubildende freuen kann, werden den Schülern neue Zukunftsperspektiven geboten. Es gibt Bewerbungstrainings, Betriebserkundungen, fachpraktischen Unterricht und Tipps aus direkter Quelle.

Auch Schulleiter Wolfgang Jöres, Abteilungsleiter der Klassen neun und zehn, Johannes Weiss, und „Stubo“ (Studien- und Berufswahlkoordinator) Falk Fritzsche freuen sich über die kommende Zusammenarbeit. Schon immer wurde Berufsvorbereitung an der Schule groß geschrieben, wie zum Beispiel durch das Projekt „KAoA“ , übersetzt: „Kein Abschluss ohne Anschluss“, aus dem beispielsweise die Berufsfelderkundungstage entstanden sind. Die Schulpartnerschaft gehe nun noch einen Schritt weiter, indem man direkt mit einer Firma zusammenarbeite.

Den Anfang macht nach den Sommerferien ein Besuch von Martin Mundfortz zu einer Thementagewoche in der Schule. „Aber auch jetzt überlegen wir schon, was weitere Aktionen sein könnten und wie wir das Projekt bestmöglich umsetzten“, freut sich Johannes Weiss, der gemeinsam mit Frank Fritzsche und Wolfgang Jöres das „KAoa“-Team und nun auch das „Schulpartnerschaftsteam“ bildet. Die drei treffen sich immer freitags um die Projekte zu optimieren.

Nach einem Jahr gibt es ein Feedback-Gespräch mit allen Beteiligten. „Das Ganze ist ein Prozess, an den man sich gewöhnen und in den man nach und nach reinwachsen muss“, betont Gabriele Götze vom Schulkontaktmanagement der IHK. Und genau damit wird jetzt angefangen.

(StadtSpiegel)