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Ohne Führerschein, mit viel Sound

Brüggen (hei). Gegen reisende Einbrecher und die Hauptunfallursache Geschwindigkeitsüberschreitung richtete sich ein Sondereinsatz der Polizei. Aber auch andere Rechtsverstöße wurden geahndet. Von Heike Ahlen

Wenn die Polizei einen Sondereinsatz anberaumt, dann steht ein bestimmtes Delikt im Fokus der Beamten. Bei der Aktion „E30 – Fahndungs- und Kontrolleinsatz“ waren es in erster Linie reisende Einbrecher und Raser.

Die „E30“ ist eine europäische West-Ost-Verbindung, die von Cork in Irland nach Omsk in Sibirien führt. Und sie geht nicht durch den Kreis Viersen, sondern verläuft nördlich davon. Der Einsatz nahm aber auch die Zubringer- und Ausweichstrecken ins Visier. Und so fanden Kontrollen auch an der Leuther Straße in Kaldenkirchen und an der L373 zwischen Brüggen und Swalmen statt.

Insgesamt wurden mehr als 380 Fahrzeuge und 460 Personen kontrolliert. Und das Ergebnis einer Stunde an der L373 zeigt, auf welch unterschiedliche Dinge die Beamten im Einsatz stoßen können. Ein Autofahrer aus Freiburg wird angehalten. Bei der Überprüfung seiner Personalien stellt sich heraus, dass gegen ihn ein Haftbefehl wegen Betrug vorliegt. Er verbringt die Nacht bei der Polizei, wird am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt. Sein Fahrzeug wird entstempelt, darf auch von der Begleitung nicht weiter gefahren werden, weil Steuer- oder Versicherungsschulden vorliegen.

Ganz dumm läuft es für einen jungen Mann, den die Beamten anhalten, weil sie mutmaßen, er könne unter Drogeneinfluss stehen. Der Drogentest verläuft negativ. Man kann zwar sehen, dass er irgendwann einmal welche genommen hat, aber eben nicht mehr unter dem Einfluss steht. Glück gehabt. Allerdings ist es so, dass der 17-Jährige bereits zum zweiten Mal am Steuer eines Autos erwischt wird, obwohl er noch gar keinen Führerschein hat.

Dumm für einen Motorradfahrer aus den Niederlanden sind die geschulten Ohren der Polizisten. Denn er war mit 90 Stundenkilometern „nur“ 20 zu schnell und käme eigentlich mit 30 Euro Strafe davon, wenn die Einsatzkräfte nicht bemerkt hätten, dass mit der Lautstärke der Maschine etwas nicht stimmt. Es fehlen die „dB Eater“ im Schalldämpfer, also die Teile, die dafür sorgen, dass der Sound beim Fahren nicht allen Anwohnern schon Kilometer im Voraus ankündigt, dass da ein Motorrad kommt. Da ist eine Anzeige wegen fehlender Betriebserlaubnis in Deutschland fällig.

Ein anderer Autofahrer muss in Zukunft einen Monat lang zu Fuß gehen, etliche andere kommen mit Verwarngeldern davon.

(StadtSpiegel)