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Notfallpläne gibt es nicht

Westkreis (co). In Viersen mussten auf Anweisung der Bezirksregierung vergangenen Freitag kurzfristig 152 Flüchtlinge aufgenommen werden. Wäre so ein Szenario auch in den Gemeinden des Westkreises möglich? Von Claudia Ohmer

„Die Inanspruchnahme zwischenzeitlich auch kreisangehöriger Städte durch das Land für die Erstaufnahme von Flüchtlingen gibt in der Tat Anlass zur Sorge, dass diese Praxis künftig auch für kleinere Kommunen anstehen könnte“, sagt Werner Bongartz. Der Fachbereichsleiter Schule, Ordnung und Soziales in Schwalmtal sieht jedoch, angesichts der doch deutlich begrenzteren Verwaltungskraft von kleinen Gemeinden, darin erhebliche Probleme.

Auch Hermann-Josef Schippers, Leiter des Fachbereichs

Ordnung und Soziales

in Niederkrüchten, berichtet: „Eine solche Zuweisung ist nicht unmöglich, jedoch wäre sie eine große Herausforderung - einen Notfallplan für solch eine Situation haben wird nicht.“ Die Gemeinde Brüggen hält ebenfalls zurzeit keinen Notfallplan bereit, obwohl eine Forderung der Bezirksregierung nach Bereitstellung von Notunterkünften nicht gänzlich ausgeschlossen werde. Joachim Müllers, Leiter des Amtes für Soziales in Brüggen: „Bei einer Einwohnerzahl von knapp 16.000 steht Brüggen für das Land sicherlich nicht im Vordergrund für ein Notaufnahmeszenario.“ Im laufenden Monat wurden der Gemeinde Brüggen bisher 20 Flüchtlinge zugewiesen, davon in der laufenden Woche allein acht Personen.

Derzeit hat die Gemeinde Schwalmtal ihre Aufnahmequote zu rund 91 Prozent erfüllt. Wöchentlich werden rund fünf Personen zugewiesen. In gemeindebewirtschafteten Objekten leben zurzeit rund 175 Flüchtlinge.

In Niederkrüchten leben momentan 120 Flüchtlinge. Der Juli war bislang der Monat mit der höchsten Zuweisung von 15 Personen. Bislang wurden im laufenden Jahr 64 Personen aufgenommen, im gesamten Jahr 2014 waren es 51 Personen. Über die Nutzung des ehemaligen britischen Flugplatzgeländes sei man weiterhin mit der Bezirksregierung im Gespräch.

(StadtSpiegel)