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Lasset die Spiele beginnen

Brüggen. Zum ersten Mal finden nach dem Umzug des Niederrheintheaters in die alte Wasserburg alle Veranstaltungen der vielseitigen Sommerfestspiele im Herzen der Burggemeinde statt – die Proben zu den 9. Niederrheinischen Theaterfestspielen sind bereits in vollem Gange. Von Christiane Samuel

Im Innenhof der Burg stehen drei Stühle, an der Treppe zwei Koffer. „Das ist natürlich alles noch ganz provisorisch, so ohne Technik und die Freilicht-Bühne – immerhin schon mit einem Teil der Requisiten und Kostüme proben wir heute hier vor Ort die erste Szene und eine entscheidende Mittelszene, in der die einzelnen Charaktere ihre kriminellen Gedanken erstmals entwickeln“, sagt Theatergründerin und Regisseurin Verena Bill. Die vier weiteren Akteure der Kriminalkomödie „Fisch zu Viert“ warten bereits an verschiedenen Stellen auf die jeweiligen Stichworte zu ihrem Auftritt.

Das Stück von Wolfgang Kohlhaase und Rita Zimmer ist der Höhepunkt des diesjährigen Sommertheaters und wird am Freitag, 27. Juli, Premiere feiern. Schauspielerin und Fernsehjournalistin Nadine Schaub ist neu im Ensemble des Niederrheintheaters und erweitert künftig das bewährte Team – sie spielt die reiche Brauerei-Erbin Clementine und versucht heute erstmal, ihr Kleid passend zu rücken. „Na ja, auch die Kostüme sind halt noch provisorisch“, sagt sie augenzwinkernd.

Zu Beginn singt Verena Bill im Stile einer Moritatensängerin und leitet damit das Stück ein. Ihr Partner Michael Koenen spielt den Diener Rudolf, der mit Clementine und ihren Geschwistern Charles (Christian Stock) und Cäcilie (Carmen-Marie Zens) Jahr für Jahr die Sommersaison auf deren Landsitz verbringt und den Dreien jahrzehntelang in „jeder Lage“ zu Diensten war. Nachdem er nun seine ihm versprochenen Erbteile bei allen einfordert, ist die Mordlust im Hause geweckt.

„Fisch zu Viert“ trägt den Untertitel „Eine Kriminalkomödie über Lust und Habgier“, und bereits die Probe der beiden Szenen lässt ahnen, wie amüsant es hier zugeht. „Ich suche immer nach Stücken, die auch gut zur Burg passen – wir haben das Stück in die wilden 20er Jahre verlegt und verwandeln den Burghof in das Sommerhaus der drei Brauereierben in Neuruppin“, erklärt Verena Bill und lächelt.

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(StadtSpiegel)