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Krebszentrum Brüggen: Untersuchungen ausgeweitet

Krebszentrum Brüggen: Untersuchungen ausgeweitet
Das Krebszentrum befindet sich in Bracht. Das Siegel an der Außentür ist inzwischen verschwunden. FOTO: Heike Ahlen
Bracht. Die Behörden arbeiten weiter an der Frage, ob der Tod von drei Patienten, die nach einer Behandlung in einer Brachter Krebs-Praxis starben, von dem Heilpraktiker zu verantworten ist. Von Claudia Ohmer

Seit Donnerstag gibt es eine neue Zahl in dem Fall um die Todesfälle aus der Brachter Heilpraktiker-Praxis: 70. So viele Todesfälle sollen nach Informationen aus verlässlicher Quelle jetzt untersucht werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte dort Patientenakten beschlagnahmt, nachdem zunächst eine Frau aus Belgien in den Niederlanden verstorben war. Kurz danach war noch ein Mann, am Folgetag eine weitere Frau verstorben. In den Tagen darauf gelangte der Fall an die Öffentlichkeit.

Im Fokus der Ermittlungen steht die Behandlung mit dem Glukose-Blocker 3-BP. Das Präparat ist umstritten, als Medikament noch nicht zugelassen. Verboten ist der Wirkstoff aber auch nicht. Etwa 100 Patientenakten sollen sich seit Eröffnung der Praxis vor ziemlich genau zwei Jahren angesammelt haben, 70 Patienten sollen inzwischen verstorben sein.

Niederländische Medien melden, dass Angehörige dieser Verstorbenen von deutschen Behörden bereits kontaktiert worden seien – mit der Bitte, einer Exhumierung zuzustimmen.

Die Untersuchung der Leichen soll Hinweise darauf liefern, ob die Menschen an Krebs gestorben sind oder an dem verabreichten Wirkstoff.

Die Staatsanwaltschaft Krefeld kommentiert auf Nachfrage die Zahl 70 nicht. „Die Zahl stammt nicht von uns, wir werden sie weder bestätigen, noch dementieren“, erklärt ein Sprecher.

Das Siegel an der Außentür der Praxis ist inzwischen verschwunden. Die Staatsanwaltschaft habe die Räume wieder freigegeben, bestätigt der Sprecher. Die Praxis bleibt aber trotzdem geschlossen, denn der Kreis Viersen als Gesundheitsbehörde hat dem Heilpraktiker zumindest bis zum Zeitpunkt der Klärung das Praktizieren im Kreis untersagt.

(Report Anzeigenblatt)