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Jetzt im neuen Zuhause

Jetzt im neuen Zuhause
Schwester Margret (li.) und Schwester Veronia verlassen Schloss Dilborn. FOTO: Christiane Samuel
Brüggen. Mit Schwester Margret (83) und Schwester Veronia (87) haben die beiden noch letzten in Schloss Dilborn-Die Jugendhilfe tätigen Ordensschwestern der Armen Dienstmägde Jesu Christi (ADJC) den Standort verlassen. Vor ihrer Abreise hat der Stadt Spiegel die Schwestern besucht. Von Christiane Samuel

Jede Menge Wärme und Herzlichkeit strahlen die beiden Schwestern aus, obwohl sie mitten in den letzten Umzugsvorbereitungen in ihrer Wohnung auf dem Gelände von Schloss Dilborn-Die Jugendhilfe stecken. Hier fühlt man sich als Besucher schon beim Eintreten willkommen. „Wir haben tatsächlich zwei weinende Augen, wenn wir die Schwestern ziehen lassen, auch wenn wir ihnen natürlich den wohlverdienten Ruhestand von Herzen gönnen“, betont auch Karina Wasch von der ViaNobis GmbH. Mit vollem Einsatz haben sich die gelernte Erzieherin (Schwester Veronia) und die Lehrerin (Schwester Margret) viele Jahre um Kinder und Jugendliche gekümmert. In der Einrichtung Schloss Dilborn hat Schwester Veronia lange eine eigene Gruppe gehabt. „Ich habe immer gerne am Wald gelebt, denn so bin ich selbst aufgewachsen – das habe ich mit den Kindern in meiner Gruppe fortgeführt: Wir haben täglich im Wald etwas unternommen, Picknick gemacht, Hütten gebaut, an Ostern dort Eier versteckt und sogar einen Tannenbaum hier geschmückt und gesungen“, erinnert sich Schwester Veronia lächelnd. 34-mal war sie auf Ferienfahrten mit verschiedenen Gruppen und habe viele schöne Erinnerungen an all die Kinder, mit denen sie zeitweise zusammen gelebt hat. Schwester Margret nickt zustimmend. Sie ist vor 21 Jahren aus Dernbach gekommen, um hier den Konvent von damals neun Schwestern zu leiten, war zuletzt „als Mädchen für alles“ tätig. „Wir hatten und haben immer einen engen und guten Kontakt zu unseren Schützlingen gehabt, viele besuchen uns bis heute auch nach Jahren immer wieder“, erzählt sie. Die Schwestern gehörten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Einrichtung stets ganz selbstverständlich zum Alltag, das regelmäßige Klingeln und die Frage nach Süßigkeiten von der „Leckerschwester“ waren schon fast Tradition. „Wir hatten hier immer ein sehr lebendiges Miteinander, das uns sehr viel Freude gemacht hat“, erklärt Schwester Margret. Natürlich falle der Abschied nun auch schwer, aber beide freuen sich dennoch auf das neue Zuhause und darauf, nach so langer Zeit die Verantwortung abgeben zu können. Für Schwester Margret ist die Rückkehr nach Dernbach auch eine Rückkehr in ihre Heimat. Schwester Veronia wird das Seniorenheim besuchen und sicher ihren Mitbewohnern dort viel aus ihren vielfältigen Erfahrungen in Dilborn erzählen können – gemäß ihrem Leitspruch von Don Bosco: „Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht!“. „Natürlich bleibt etwas von uns hier, auch wenn wir Dilborn verlassen“, sagen beide. Und Schwester Margret zitiert ihren Lieblingsspruch dazu von Hilde Domin: „Zuhause bin ich da, wo ich bleibe, wenn ich gehe“. Die Schwestern wollen künftig besonders die Menschen, die sie hier liebgeworden haben, noch viel intensiver ins tägliche Gebet einschließen.

„Denn dafür werden wir sicher dann deutlich mehr Zeit haben“, sagen beide.

(StadtSpiegel)