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Im Wasser in die Pedale treten

Im Wasser in die Pedale treten
Hermann Krücken gibt den Ton an. Mit den Beinen Radfahren, mit den Armen an den Seilen arbeiten - das ist Aqua Body Style, für viele der Weg zur Fitness für den ganzen Körper. FOTO: Heike Ahlen
Brüggen. Im Brüggener Hallenbad gibt es mit „Aqua Body Style“ einen Kurs, der einmalig ist. Trainer Hermann Krücken kombiniert darin Elemente aus Aquacycling und Aerobic. Von Heike Ahlen

Sie sehen ein wenig futuristisch aus, die Fahrräder ohne Räder, die am Beckenrand im Brüggener Hallenbad stehen. An den Pedalen sind Schaufelräder angebracht, mit ein paar Handgriffen lassen sich die verschiedensten Positionen einstellen.

Und sie sind auch schnell im Wasser. Zu zweit greifen die Kursteilnehmerinnen zu und versenken die Räder. Aus dem Lautsprecher kommt Musik. Während die 15 Frauen – unter insgesamt 90 Teilnehmern in den aktuell laufenden Kursen sind nur drei Männer – langsam in Tritt kommen, läuft Trainer Hermann oben am Beckenrand zu Hochform auf. „Rückwärts, vier, drei, zwei – vorwärts, vier, drei, zwei. Und schneller, wir haben es doch heute eilig“, kommentiert er lächelnd. Und die Damen radeln. Immer schön gegen das Wasser an – und gegen den Strudel, den sie selbst durch das Treten erzeugen.

Und dann kommen die „Gummis“, rote Gummiseile aus dem Aerobic-Bereich. Sie werden am Lenker befestigt, und dann arbeiten die Arme mit. Hoch, runter, seitwärts, lang, kurz. Und immer schön weiterstrampeln. „Ich habe mit dem Hersteller der Räder telefoniert“, so Krücken. „Er hat mir bestätigt, dass ein Kurs in dieser Art in Deutschland einmalig ist.“

Nadine Schmidt kommt extra aus Viersen, um hier dabei zu sein. „Es macht einfach Spaß“, sagt sie. „Und es bringt auch etwas. Fürs Fahrradfahren.“ Ihre Mutter komme, um sich fürs Skifahren fit zu halten.

Statt der Gummiseile nutzen die Teilnehmerinnen auch gelegentlich kleine Gummiknochen, die wie Hundespielzeug aussehen. Sie sind flexibel, und wenn die Frauen sie durchs Wasser drücken, geben sie unterschiedlich nach. „So bekommt die Armmuskulatur jedes Mal noch einen kleinen Extra-Kick“, sagt Krücken zufrieden.

Warum dieser Kurs so effektiv ist, kann er ebenfalls erklären: „Hier wird wirklich jeder Muskel benötigt. Um fest im Sattel sitzen zu bleiben, muss die Bauchmuskulatur arbeiten. Und je mehr Muskeln arbeiten müssen, desto mehr Fett verbrennt.“

Manchmal gebe es dann für die Teilnehmer einen „Pizzatag“ - in einer halben Stunde Training die Kalorien einer ganzen Pizza verbrennen.

Auch die Brüggener Feuerwehr nutzt dieses Angebot. „Aber für die Wehrleute ist das Training noch eine Stufe härter“, erklärt Krücken. „Sie bereiten sich damit auf ihre Atemschutz-Lehrgänge vor und erhalten sich die allgemeine Fitness.“

(StadtSpiegel)