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Hülst: Kurve wird entschärft

Hülst: Kurve wird entschärft
Kurz hinter der Hülster Kurve krachte es am 20. November. Auch dieser Unfall trug mit dazu bei, dass jetzt eine Lösung für die B 221 angestrebt wird. FOTO: Heike Ahlen
Brüggen (hei). Nach schweren Unfällen über Jahre hinweg auf der B 221 im Bereich Bracht, soll es nun eine schnelle Lösung geben. Von Heike Ahlen

Freitagabend, 18. November. Gegen 20.50 Uhr fährt ein Pizzataxi-Fahrer auf der B221 von Kaldenkirchen in Richtung Brüggen. In einer Linkskurve kommt er aus ungeklärter Ursache von der Straße ab, verunglückt und verletzt sich schwer. Keine 48 Stunden später kracht es Sonntagmittag gegen 12.50 Uhr keine 300 Meter weiter, diesmal gibt es drei Verletzte.

Die Menschen in Bracht und vor allem in Hülst können in den letzten Jahren etliche Unfälle in diesem Bereich aufzählen, auch tödliche. Für sie ist das ein Unfallschwerpunkt. Oder, wie es im Amtsdeutsch heißt, eine Unfallhäufungsstelle.

Tatsächlich jedoch taucht dieser Straßenabschnitt in keiner Statistik als Unfallhäufungsstelle auf. Das liegt daran, dass die Unfälle alle vom selben Typ sein müssten, um in diese Statistik Eingang zu finden. Verkehrszählungen und eine Überprüfung des Belages ergaben auch keinerlei Auffälligkeiten. „Aber auch, wenn es keine objektiven Beweise dafür gibt, dass an dieser Stelle etwas nicht in Ordnung ist, haben wir beschlossen, dass gehandelt werden muss“, sagt Brüggens Bürgermeister Frank Gellen.

Es gab ein kurzfristiges Treffen von Vertretern der Gemeinde, des Kreises, des Landesbetriebs straßen.nrw und der Polizei. Eine Gemeinsamkeit zwischen allen Unfällen, die seit 2013 dort passiert sind, kristallisierte sich dabei heraus: Sie alle geschahen bei Nässe.

Deshalb soll dort in Zukunft die Geschwindigkeit bei Nässe auf 50 Stundenkilometer reduziert werden. Eine neue, auffälligere und dickere Mittellinie soll ebenso das Bewusstsein der Autofahrer schärfen wie Pfeile, die auf die Straße aufgemalt werden, die nach rechts zeigen, um jeden dazu zu bringen, bewusster als sonst in der eigenen Fahrspur zu bleiben.

Wenn das Wetter mitspielt, könnten diese Maßnahmen noch vor Weihnachten umgesetzt werden.

Langfristig soll noch deutlich mehr passieren. Gellen zeigt sich erfreut, dass der Landesbetrieb nun eine Planung zur Begradigung der Kurve aufnehmen wird. Dazu ist allerdings unter anderem ein Grunderwerb nötig. Deshalb wird es bis zur Fertigstellung wohl noch einige Jahre dauern.

(Report Anzeigenblatt)