| 16.55 Uhr

Gellen gegen Nazi-Parolen

Brüggen (hei). In Brüggen sind fremdenfeindliche Schmierereien aufgetaucht. Bürgermeister Frank Gellen appelliert an die Bevölkerung, gemeinsam dagegenzustehen. Von Heike Ahlen

Die ersten Verunstaltungen an Stromkästen waren in der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober angebracht worden, vor allem in der Umgebung des Hallenbades. Sie sind inzwischen beseitigt. Am Wochenende haben dann Unbekannte entlang der Herrenlandstraße Aufschriften und verkehrt herum gezeichnete Hakenkreuze auf Stromkästen, Kleidercontainer und Mülleimer gesprüht.

Der Staatsschutz in Mönchengladbach hat die Ermittlungen aufgenommen. Er kann bisher nicht feststellen, dass es vermehrt solche Schriftzüge im Kreis Viersen gäbe. Die Parole „Asylflut stoppen“, die von der NPD verwendet wird, taucht hier überhaupt zum ersten Mal auf. Für diesen Schriftzug haben sich der oder die Täter sogar eine Schablone gebastelt, um ihn immer wieder in gleicher Form aufsprühen zu können. Bürgermeister Frank Gellen will das nicht länger hinnehmen. Auf der Internetseite der Gemeinde und bei Facebook hat er einen Aufruf an die Bürgerschaft formuliert. „wie Sie sicher bereits bemerkt haben, nutzen bestimmte politische Interessensgruppen die aktuelle Flüchtlingskrise für billige Propaganda und blenden damit die tatsächlichen Probleme und damit auch mögliche Lösungen aus“, schreibt er. Er sei entsetzt, dass es auch in Brüggen Menschen gebe, „die auf dieses Mittel der feigen Propaganda zurückgreifen“. Er wolle nicht leugnen, dass „uns die momentane Flüchtlingskrise vor große Probleme“ stelle. Die Farbschmierereien seien aber keine akzeptable Form der Kritik. Er könne Wut und auch Angst verstehen, aber Kritik müsse so ausgelegt sein, dass sie nach Lösungen suche. Er bittet die Bevölkerung, nicht zuzuschauen oder gar wegzusehen, falls wieder Sprayer unterwegs seien. Vielmehr solle man die Polizei oder die Gemeinde sofort informieren. Die Sprayer warnt er: „Sollten Sie weitermachen, würden die Bürger in Brüggen die Augen aufhalten und „an Ihrer Identifizierung mitwirken“.

Den kompletten Aufruf können Sie im Internet unter stadt-spiegel-viersen.de nachlesen.

(StadtSpiegel)
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