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Ein Trio an der Spitze

Brüggen. Nach 26 Jahren als Leiter der Feuerwehr hat Werner Gumpert jetzt die Altersgrenze erreicht. In Zukunft steht ein Trio an der Spitze der Wehr. Von Heike Ahlen

Am 13. Dezember hat der Gemeinderat Marcel van Montfort (39) zum neuen Leiter der Brüggener Feuerwehr bestellt. Er löst Werner Gumpert (63) ab, der 26 Jahre lang an der Spitze der Wehr stand und nun die Altersgrenze erreicht hat. Van Montfort war bereits seit vier Jahren stellvertretender Wehrleiter.

Ihm zur Seite stehen ab sofort Dieter Overdick (55) aus Bracht, der kommissarisch die stellvertretende Wehrleitung übernimmt, und Marc Pollen (34) aus Brüggen. Den Schritt, nun aus jedem Löschzug einen Stellvertreter zu benennen, begrüßt Bürgermeister Frank Gellen ausdrücklich. Damit werde der Informationsfluss zwischen den Löschzügen deutlich verbessert, die Arbeit verteile sich auf mehr Schultern.

Mit dem Abschied von Werner Gumpert, der seit mehr als 44 Jahren Feuerwehrmann ist, geht eine Ära zu Ende. Er hat als Wehrleiter immer deutliche Worte gefunden – gegenüber seinen Kameraden, aber auch gegenüber der Gemeinde. Davor, dass es einmal zum Problem werden könnte, am Tage genügend Wehrleute im Ort zu haben, weil die meisten auswärts arbeiten, hat er schon gewarnt, als andere die Situation noch gar nicht erkannt hatten.

Wenn man ihn nach Feuerwehr-Erinnerungen fragt, kommt als erstes der Sommer 1976, in dem es über mehrere Wochen im Grenzwald brannte. Täglich war die Brüggener Feuerwehr im Einsatz. Oft zur Unterstützung auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Niederkrüchten, oft aber auch im eigenen Wald. In Erinnerung geblieben sind ihm vor allem die Löscharbeiten im Depot. Das Feuer habe sich von der Swalmener Straße aus in Richtung des britischen Bereichs ausgedehnt.

Gumpert ist heute noch überzeugt, dass man von einem Weg direkt hinter dem Zaun aus vielleicht eine Chance gehabt hätte, das Übergreifen der Flammen ins Depot zu verhindern. Aber die Briten ließen das Tor fest verschlossen und die deutsche Feuerwehr draußen stehen. „Mit einem Unimog haben wir irgendwann das Tor eingefahren“, erinnert sich der 63-Jährige.

Für Marcel van Montfort geht es nun darum, „zu gucken, dass das Pferd am Laufen bleibt“, wie er es selbst ausdrückt. Die Personalmotivation und das Finden von ausreichend Nachwuchs seien vorrangig. Eine wichtige Quelle für neue Feuerwehrleute ist die Jugendfeuerwehr, die van Montfort bislang geleitet hat. Sein Nachfolger dort wird Florian Blinne.

(Report Anzeigenblatt)