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Ein Geben und Nehmen

Brüggen/Grenzland. „ZAPUH“ steht für Zentrum für ambulante Palliativversorgung und Hospizarbeit. Im Kroatischen bedeutet Zapuh „Windböe“. Und so versteht sich auch der Verein - als Böe, die durch das Leben der betroffenen Personen fährt und ein wenig frischen Wind mit sich bringt. Von der Redaktion

Ida Lamp ist die hauptamtliche Vereinskoordinatorin, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Das Gespräch findet in ihrem Büro in Brüggen, direkt neben dem Pflegedienst Kriegers, statt. Niemand befasst sich gerne mit dem Tod. Deshalb nennt Ida Lamp ihre Arbeit auch nicht Sterbebegleitung, sondern Begleitung für ein lebenswertes Leben bis zum Ende. Diese Haltung strahlt sie auch aus. Schon am Anfang unserer Unterhaltung wird mir klar, welch positive Art Ida Lamp besitzt. So heiter und fröhlich verläuft dann auch unsere Unterhaltung.

Ida Lamp ist kurz nach der Gründung des Vereins 2015 als hauptamtliche Mitarbeiterin eingestellt worden. Mit ihren 30 Jahren Berufserfahrung in den verschiedensten Bereichen der Palliativversorgung war sie die Richtige für die Koordination bei ZAPUH. Ihre Aufgabe ist die palliative Beratung der Patienten und/oder auch der betroffenen Angehörigen inklusive der Vermittlung zu allen Diensten, die abrufbar sind. Sie öffnet Türen, stellt Kontakte her, gibt Ratschläge und steht auch selbst für Hausbesuche zur Verfügung. Ida Lamps Büro ist der richtige Anlaufpunkt für Menschen, die bei der häuslichen Palliativversorgung Beratung brauchen. Der Einzugsbereich von ZAPUH ist das Grenzland, also Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal.

ZAPUH hat derzeit 65 Mitglieder. Ziel des Vereins ist die häusliche Begleitung und Beratung auf dem letzten Lebensweg unter Erhaltung der Lebensqualität. Die Leistungen des Vereins sind kostenlos und werden durch ehrenamtliche Mitarbeiter verrichtet. Teilweise werden die Personalkosten durch die Krankenkassen gefördert. Der Verein finanziert sich über Spenden und Mitgliedschaften, hier ist natürlich jede helfende Hand willkommen.

Die Ehrenamtlichen machen Hausbesuche, verbringen gemeinsame Zeit mit den Betroffenen und erleichtern ihnen so das Leben. Ihre Zeit und das Maß ihres Einsatzes können sie selbst bestimmen. Ida Lamp sucht die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, sie schult sie und teilt sie auch ein. 20 Ehrenamtler gibt es momentan bei ZAPUH – „es können gerne mehr werden“, sagt Ida Lamp lächelnd. „Bei der Ausübung eines solchen Ehrenamtes tut man viel für sich selbst“, sagt sie weiter. „Sich um andere kümmern können, birgt die Erfahrung von Geben und Nehmen. Es ist ein unendlich sinnvolles und befriedigendes Ehrenamt.“

Neben ihrem Beruf ist Ida Lamp auch Künstlerin. Sie schreibt, schnitzt und malt. Wenn es ihre Zeit erlaubt, stellt sie ihre Kunst in Ausstellungen dar. Die Kunst gibt ihr Kraft und ist der perfekte Ausgleich zur Arbeit. Ida Lamp kann man im Internet besuchen unter www.ilpcs.de.

(StadtSpiegel)