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Dohle vor dem Tod gerettet

Dohle vor dem Tod gerettet
Die Dohle, das Brachter Wappentier. Ein Exemplar konnte am Montag von der Feuerwehr aus einem Regenrohr gerettet werden.
Bracht (hei). Die Brachter Feuerwehr hat am Montag eine Dohle vor dem sicheren Tod im Regenfallrohr gerettet. Von Heike Ahlen

Wochenstart mit Happy End für die Brachter Feuerwehr – und für eine Dohle, die sich in eine sehr missliche Lage gebracht hatte.

Um kurz nach 9 Uhr am Montagmorgen schlug der „Piepser“ zum ersten Mal in dieser Woche an. Gemeldet wurde ein Tier in Notlage an der Lessingstraße. Beim Eintreffen der Feuerwehr erklärte ein Anwohner den Wehrleuten, um welches Tier es ging, nämlich um eine Dohle, das Brachter Wappentier. Er habe sie auf der Regenrinne herumturnen gesehen, dann sei sie in ein senkrechtes Regenrohr gefallen. Dort habe sie auch zunächst noch verzweifelt gekratzt.

Die Feuerwehrleute hörten nichts mehr und fürchteten schon das Schlimmste. Trotzdem lösten sie das Rohr im oberen Bereich und sahen hinein. Und da war die Dohle, recht tief im Rohr, aber noch am Leben.

Kurzerhand begannen die Wehrleute damit, das im Boden verlaufende Ende des Rohres freizulegen. Und so gelang es ihnen tatsächlich, die Dohle wieder ins Freie zu befördern.

Der Dank des Vogels fiel eher verhalten aus. Nachdem sie begriffen hatte, dass sie gerettet war, flog sie davon. Allerdings nur, um auf dem nächstgelegenen Kamin zu landen. Dass sie da nicht auf den jahreszeitlich nahe liegenden Gedanken kommt, dort ein Nest zu bauen, hoffen die Wehrleute inständig. Denn sonst besteht die Gefahr, dass die Dohle und und die Feuerwehr sich wieder begegnen. Und wieder in einer sehr unangenehmen Situation; durch Dohlennester in Kaminen werden kreisweit jährlich mehrere Brände ausgelöst.

Gerade wenn es erst einmal warm geworden ist im Frühjahr, die Menschen die Heizungen in den Häusern heruntergefahren haben und dann bei einem Kälteeinbruch auf die Idee kommen, mit einem Ofen oder offenen Kamin für Wärme zu sorgen, passiert es. Deshalb rät die Feuerwehr dringend, auch schon nach ein paar Tagen, in denen ein Ofen nicht in Betrieb gewesen ist, vor der Wiederinbetriebnahme zu überprüfen, ob sich nicht Dohlen im Kamin ein Nest gebaut haben. Dafür reichen schon wenige Stunden. Durch eine Klappe im Kamin kann man mit Hilfe eines Spiegels oder Smartphones überprüfen, ob der Kamin durchgängig ist. Wenn man beim Blick nach oben den Himmel sieht, ist alles in Ordnung. Ansonsten muss das Nest erst entfernt werden.

Schornsteinfeger bieten Beratungen für Hausbesitzer an, wie man die anhänglichen Tiere davon abhält, im Kamin einzuziehen.

(StadtSpiegel)