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DLRG bald auf dem Trockenen?

DLRG bald auf dem Trockenen?
Die DLRG braucht das kühle Nass - die Nachfragen nach Schwimmkursen sind da. Foto: pio3/Fotolia
Brüggen (co). Das Hallenbad Bracht - seit Oktober 2015 für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt - soll nach den Ferien nur den Schulen wieder zur Verfügung stehen. Die DLRG Brüggen-Bracht hat sich mit ihren Sorgen in einem offenen Brief an Rat und Verwaltung gewandt. Die CDU hat eine Stellungnahme herausgegeben. Von Claudia Ohmer

„Ein Verein wie die DLRG ist auf die Materie Wasser angewiesen. Wenn man uns dieser Grundlage beraubt, schwimmen wir wortwörtlich auf dem Trockenen“, wendet sich Dirk Schmitz, Leiter der DLRG Ortsgruppe Brüggen-Bracht in einem offenen Brief an Bürgermeister, Verwaltung und Rat. Hintergrund des sorgenvollen Briefes ist die Wieder-Inbetriebnahme des Hallenbad Bracht nach den Sommerferien, jedoch nur für Schulen. Mit der Nutzung des Bades für Flüchtlinge Ende 2015 habe man der DLRG Ausweichstunden im Brüggener Hallenbad zur Verfügung gestellt. „Allerdings war es als Übergangslösung gedacht und nicht als Dauerlösung“, schreibt Schmitz. Bei der deutlich eingeschränkten Nutzung dieser Halle könne das Ausbildungskonzept der DLRG nur unter erschwerten Bedingungen fortgeführt werden, bzw. gar nicht mehr angeboten werden. Dirk Schmitz: „Uns erreichen unzählige Anfragen über Schwimmkurse, wir müssen ellenlange Wartelisten führen. Der Bedarf und die Nachfrage sind also auf jeden Fall gegeben.“ Er stellt die Frage, warum verschiedene Mitglieder des Gemeinderates über eine eventuelle Schließung nachdenken, anstatt sich für deren Erhalt einzusetzen. Schmitz bittet eindringlich darum, dass nach Lösungen gesucht wird, um beide Bäder zu erhalten.

Die CDU Brüggen teilte in einer Stellungnahme mit, dass man mit „Schritt für Schritt zurück zur Normalität“ das Vorgehen rund um die Wiedereröffnung umschreiben könne. „Dass die Öffnung nach den Ferien nur für die Schulen gilt, hat seine Gründe“, sagt der Vorsitzende des Betriebsausschusses Jürgen Offermanns (CDU). „Nach einer so langen Schließung muss zunächst eine Testphase zeigen, ob alles wie früher läuft ... Es wäre unsinnig, direkt alle bestehenden Lösungen in den Belegungsplänen des Brüggener Bades rückgängig zu machen, um womöglich nach ein oder zwei Wochen wieder neue Pläne erstellen zu müssen.“

Zunächst solle auch in beiden Bädern eine Bestandsaufnahme der Gebäude und technischen Einrichtungen gemacht werden, um Investitionen für die kommenden Jahre absehen zu können. „Es geht uns nicht um die Schließung eines Bades, sondern darum, das Defizit beider Bäder zu senken“, sagt Fraktionsvorsitzender Thomas Schmidt.

Bei allen Überlegungen stehe, laut Stellungnahme, für die CDU im Vordergrund, dass jedes Kind sowie jede Schülerin und jeder Schüler in der Gemeinde die Möglichkeit hat, zumindest im Rahmen des Grundschulsportunterrichts das Schwimmen zu erlernen und dass über das Schulschwimmen hinausgehende Angebote möglichst erhalten bleiben sollten.

(StadtSpiegel)