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Die Kümmerin von Brüggen

Die Kümmerin von Brüggen
Bei Wind und Wetter kümmert sich Jutta vom Wege um ein sauberes Brüggener Kopfsteinpflaster. FOTO: Gina Dollen
Brüggen. Die Brüggener Fußgängerzone sauberer zu machen – das war das erklärte Ziel im letzten Sommer. Um das zu schaffen, brauchte es jemanden, der sich kümmert. Das Amt von Jutta vom Wege wurde ins Leben gerufen. Von Gina Dollen

Die Brüggener Fußgängerzone ist schön. Idyllisch und irgendwie einzigartig. Dennoch schlendert immer weniger Laufkundschaft durch die Einkaufsstraßen. Damit sich das ändert, soll die Fußgängerzone vor allem eines werden: sauberer – und dafür sorgt Jutta vom Wege, die Kümmerin von Brüggen.

Das größte Problem ist klein, grün und bahnt sich ganz unauffällig seinen Weg durch die Lücken im Kopfsteinpflaster. Unkraut trübt das sonst so schöne Bild und lässt die Straßen dreckig wirken. Auch Jutta vom Wege, die ihr Atelier „Wartemal“ in der Stadt hat und dort oft mit ihrem Hund spazieren geht, ist das aufgefallen. Durch ihren engen Kontakt zur Politik als sachkundige Bürgerin hatte sie schon mitbekommen, dass es einen „Kümmerer“ geben soll, der dem sprießenden Unkraut den Garaus macht. Der erste Versuch war gescheitert. Eine Maschine mit rotierender Bürste sollte das Problem lösen. Doch die Bürste und das unebene Pflaster haben sich nicht wirklich vertragen, so dass nur Handarbeit blieb.

„Es mag verrückt klingen, aber ich mache gerne Unkraut weg“, erklärt Jutta vom Wege lachend. So wurde sie zur neuen Kümmerin und sorgte im Sommer dafür, dass der Boden Unkrautfrei bleiben konnte. „Ich wollte die Leute dazu animieren, achtsamer zu sein und die Straßen sauber zu halten. Das hat auch geklappt“, erinnert sie sich. Einige Anlieger halfen, achteten mehr auf den Bereich vor ihren Geschäften. Da sei ein ganz neues Nachbarschaftsgefühl entstanden, sagt die Kümmerin. „Man spricht auf der Straße anders miteinander als in einer politischen Sitzung.“

Ganz unverhofft kamen sogar fleißige Helfer dazu. „Einige Flüchtlinge beobachteten mich schon lange, und ich habe gemerkt, dass sie gerne helfen würden. Also haben wir das mit dem Sozialamt geklärt und hatten dann eine richtig schöne gemeinsame Zeit mit viel Spaß“, sagt sie.

Sobald das Unkraut wieder sprießt, macht sich Jutta vom Wege wieder an die Arbeit und soll dann Unterstützung von einer Heißwassermaschine bekommen. Bitte? „Ja, so soll das Unkraut gar nicht erst nachwachsen“, sagt sie und schmunzelt

(StadtSpiegel)