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Defibrillator zum Retten und Üben

Schwalmtal (hei). Durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren hat der Schwalmtaler DRK zwei Defribillatoren erhalten. Von Heike Ahlen

Vor zwei Jahren habe er noch nicht gewusst, was ein Defibrillator ist, bekennt der Schwalmtaler DRK-Vorsitzende Kurt van de Flierdt. Inzwischen aber ist er sogar dafür „Klinkenputzen“ gewesen, dass das DRK einen bekommt. Mit Erfolg. Herausgekommen sind sogar zwei Geräte. Neben dem, das für Einsatzzwecke ist, gibt es auch ein baugleiches Gerät zum Üben.

85 Prozent aller Herztode, auch wenn sie plötzlich erscheinen, geht ein Kammerflimmern voraus. Dieses kann durch einen Stromstoß unterbrochen werden – so die ganz grobe Jedermann-Erklärung.

Während man früher, falls man Zeuge einer solchen Situation wurde, nur den Rettungsdienst rufen konnten und die wenigen Minuten, die dieser bis zur Einsatzstelle braucht, vielleicht zu lang sein können, gibt es heute Defis, die jeder bedienen kann. Das allerdings wissen nur die wenigsten Menschen. Wenn ihnen überhaupt bekannt ist, dass in verschiedenen Geschäften und öffentlichen Gebäuden ein Defi hängt, dann glauben die meisten noch, dass sie damit im Ernstfall ja sowieso nicht umgehen könnten.

Die beiden Geräte, die das DRK Schwalmtal nun bekommen hat, zeigen das Gegenteil. Das Übungsgerät ist genauso aufgebaut wie das Einsatzgerät. Allerdings kann es verschiedene Herzprobleme auf Knopfdruck simulieren. Der stellvertretende DRK-Vorsitzende Bernd Lucassen drückt auf ein Knöpfchen. Das Gerät erklärt dem Bediener nun Schritt für Schritt, was er tun muss, wie die Klebe-Elektroden auf dem Oberkörper des Betroffenen angebracht werden. Dann analysiert es die dadurch gewonnenen Daten. In dem Übungsszenario auf Knopfdruck entscheidet das Gerät: „Schock empfohlen“. „Patienten nicht berühren, zurücktreten“, sagt die Stimme aus dem Defi. „Drücken Sie jetzt die orangefarbene Schocktaste.“ Anschließend folgt eine Anleitung zur Herzmassage. Auch wenn diese langsamer, schneller, mit mehr oder weniger Druck erfolgen muss, gibt das Gerät Anweisungen. Und es lobt sogar: „Gute Herzmassage.“ Die DRK-Mitglieder, die aktiv in Einsätze gehen, werden nun nach und nach geschult, den Defi einzusetzen.

Insgesamt rund 3.000 Euro hätte der Schwalmtaler DRK-Ortsverband für diese Ausstattung auf den Tisch legen müssen. Deshalb hat er Sponsoren gesucht und gefunden. Volksbank und Sparkasse, Energieversorger innogy, die St. Johannes von Nepomuk-Bruderschaft, die Määrtschpatzen, die Firma Sanders und noch ein Spender, der anonym bleiben möchte, machten die Anschaffung möglich.

(StadtSpiegel)