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Aus Amtsstube wird Café

Aus Amtsstube wird Café
Sind sich einig, dass Bracht durch die Pläne gewinnt: Silke Beckstedde, die das Haus „Bürgermeisteramt“ übernehmen wird und Frank Gellen, Bürgermeister der Burggemeinde. FOTO: Siemes
Bracht. Aus dieser „Amtsstube“ wird bald ein Café und Wohnhaus? Einige Brachter staunen. Die Pläne, was mit dem „Bürgermeisteramt“, Marktstraße 1, passiert, sind konkret. Von Dirk Kamps

Wenn Silke Beckstedde, Diplom-Ingenieurin Innenarchitektur, über ihre Pläne spricht, merkt man ihr an, dass vor ihrem inneren Auge bereits alles schon seinen Platz hat. Sie habe sich, so sei es in ihrem Beruf „normal“, direkt in dieses alte Haus verliebt. Das alte Haus in Bracht mit der Adresse Marktstraße 1 stammt aus dem Jahre 1850. Hier tagte einst der Rat der Gemeinde Bracht. Heute befindet sich im „Bürgermeisteramt“ - so steht es auch noch über dem Eingang - der Bürgerservice der Verwaltung und das Sachgebiet Soziales der Burggemeinde. Beide Stellen werden bald umziehen. Dabei werden die Kartons nicht weit geschleppt werden müssen. Es geht nämlich von der Hausnummer 1 in die Hausnummer 3.

Was aber passiert mit Brachts altehrwürdigem Gebäude? Silke Beckstedde, die selbst in Bracht lebt, wird es im Rahmen eines so genannten Erbbaurechtsbestellungsvertrages übernehmen. Sie verpflichtet sich damit, dass das Erdgeschoss öffentlich zugänglich bleibt. Während sie also in den oberen Etagen wohnen wird, können unten die Brachter „ein- und ausgehen“. Zumindest während geregelter Öffnungszeiten. Nach einer aufwendigen Renovierung wird sie im Erdgeschoss ein Café eröffnen. Es soll 24 Sitzplätze haben und den Brachtern einen Ort zum Treffen, Plaudern und Austauschen bieten. „Der Name ist natürlich klar“, sagt Beckstedde. Es wird keinen neuen Schriftzug am Gebäude geben. „Das Café wird Café Bürgermeisteramt heißen.“ Der Plan ist, noch in diesem Jahr Eröffnung feiern zu können. „Ich hoffe auch auf die Unterstützung der Brachter“, sagt Silke Beckstedde.

Auf ihrer Seite hat sie die Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Frank Gellen bezeichnet die Pläne als „optimale Lösung“. Zum einen bleibe der Bürgerservice für die 6.800 Brachter vor Ort vorhanden, zum anderen bleibt das Wahrzeichen, also das alte Bürgermeisteramt, erhalten und öffentlich zugänglich. Hört sich nach einer „win-win-Situation“ an.

(Report Anzeigenblatt)