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Auf das Ei gekommen

Auf das Ei gekommen
Das Gartenhaus in überdimensionaler Ei-Form. FOTO: Bruno Schüttler
Brüggen. Eier bestimmen das Leben der Familie Optenplatz aus Brüggen-Alst. Die Sammelleidenschaft füllt so manche Vitrine, das tausendste Ei steht im Garten als Gartenhaus. Von Bruno Schüttler

Auf der Wiese neben dem Haus steht ein überdimensionales Ei. Es dient der Familie Optenplatz als Gartenhaus. Ein Kupferdach wölbt sich über der hellen Fensterfront. Im Innern hat Norbert Optenplatz einen Mosaikfußboden geschaffen, die Decke ist dem Motiv eines Fabergé-Eies nachempfunden.


Eigentlich fing alles ganz harmlos an. Norbert Optenplatz entdeckte in den 80er Jahren bei einem Türkei-Urlaub eine alte Frau, die Eier aus Ton anbot. Die Türkin hatte kunstvolle Motive in die Außenhaut geritzt. Die Eier wurden gekauft und landeten als Urlaubsmitbringsel in einer Schublade. Irgendwann hatte Optenplatz die Ton-Eier wieder in der Hand. Fasziniert schaute er sich die Arbeit an und gewann Freude daran. Das war der Auslöser nach weiteren Eiern Ausschau zu halten; eine Sammelleidenschaft war entstanden. Schon bald war die Sammlung so groß, dass er für sie ein eigenes Zimmer schuf. Kunstvolle Vitrinen entstanden in der Werkstatt des Schreinermeisters. Das Fenster in der Tür hat Eiform, genau wie der Knauf des Türgriffes.

Das Ei wurde für ihn zum Kunstobjekt. Vielfältig sind die Materialien: Glas, Stein, Porzellan, Metall, Holz. Sie werden bemalt, bedruckt oder mit Schmuck versehen. Bei manchen ist der Eierhalter in das kleine Kunstwerk integriert. Eier mit der natürlichen Kalkschale werden geritzt, gebohrt oder geschnitten zu einem kunstvollen Sammlerstück. Zur Sammlung der Familie Optenplatz gehören auch natürliche Eier, vom Ei eines Kolibris bis zum Straußenei. Als die Anzahl der Eier sich der Tausend näherte, brütete Optenplatz eine besondere Idee aus, das tausenste Ei sollte etwas ganz Besonders werden. Er baute das bekannte Gartenhaus in Eiform. Immer wieder dient ihm diese geometrische Form als Basis für sein kunstvolles handwerkliches Schaffen. Aus Holz baut er kleine Schränkchen, die mit ihren Schiebeladen und Flügeltieren sowie ineinander geschachtelten Schubladen höchstpräzise Handwerksleistung darstellen.

Bei einem der nächsten Mühlentage in der Brachter Mühle wird er einen Teil seiner inzwischen 1.200 Eier umfassenden Sammlung präsentieren.