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Achtsam und wachsam sein

Achtsam und wachsam sein
Trainer Michael Remigius bringt den Kindern bei, wie sie sich verhalten sollen.
Brüggen. Frei nach dem Motto „Bei dir steig ich bestimmt nicht ein“, fand in Brüggen ein Sicherheitstraining für Kinder statt. Im Verlauf des zweistündigen Workshops lernten die jungen Teilnehmer, wie sie richtig reagieren, wenn sie von einem Fremden aus dem Auto heraus angesprochen werden. Von der Redaktion

Der Kurs unter der Leitung von WingTsun Sifu Ralf Meininghaus wird in Brüggen sowie in Viersen zweimal jährlich angeboten. Er richtet sich an Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren. „Wir möchten den Kindern vor allem beibringen, eine hohe Sensibilität für Gefahrensituationen zu entwickeln. Die meisten Kinder fassen leider viel zu schnell Vertrauen zu Fremden, und gerade das machen sich Gewalttäter zu Nutze. Sie kennen viele Methoden, die Kleinen in falscher Sicherheit zu wiegen. Ziel des Sicherheitstrainings ist es, bei den Kindern eine Art Frühwarnsystem zu entwickeln und ihnen genügend Selbstbewusstsein anzutrainieren, um solche Situationen zu meistern“, erklärt der Trainingsleiter.

Vor Beginn des Trainings wird den Kindern zunächst ein kurzes Video zum Einstieg in das Thema gezeigt. Den Mittelpunkt des Sicherheitstrainings bildet anschließend eine ausführliche Outdoor-Übung, bei der die Kids mit den unterschiedlichsten Gefahrensituationen konfrontiert werden. Mit der Unterstützung von zwei Mitarbeitern werden mögliche Szenarien durchgespielt, die eingeübt und immer weiter vertieft werden, bis die Kinder sie richtig umsetzen können. „Wir beginnen zunächst mit einer einfachen Übung“, sagt Trainer Michael Remigius, der den Kinder vor Ort auf einfühlsame Weise beibringt, wie sie sich verhalten sollen. Zunächst wird eingeübt, dass die Kinder auf nichts reagieren dürfen, was von dem Fremden gesagt oder getan wird. In den weiteren Phasen des Training wird die Wachsamkeit und die Achtsamkeit geschult. Die Kinder sollen sich später an gewisse Dinge besonders erinnern. Marcel Helgers, der den „Bösewicht“ spielt, versucht während der Übung mit den unterschiedlichsten Tricks, die in der Szene weit verbreitet sind, die Kinder ans Auto zu locken, während der Trainer den Kindern wichtige Verhaltensregeln erklärt und mit ihnen kindgerecht einübt.

Die Übungen werden schließlich soweit gesteigert, bis am Ende die Kinder auch genug Selbstbewusstsein haben, um nötigenfalls Dritte bei Gefahr gezielt um Hilfe zu bitten. „Es ist leider so, dass viele Gewaltverbrechen an Kindern mit der richtigen Aufklärung hätten verhindert werden können. Belehrungen oder Ermahnungen reichen aber leider nicht aus. Bei uns erfahren die Kinder hautnah, wie sich solch eine Situation anfühlt und lernen, wie sie damit umzugehen haben,“ erläutert Meinighaus am Ende des Kurses.

Die Eltern können in sicherem Abstand beim Training zusehen, sollen aber nicht eingreifen, damit die Kinder nicht abgelenkt werden. Ängstlichen Kindern steht der Trainer einfühlsam zur Seite und geht mit ihnen gemeinsam an die Situationen heran.

Weitere Infos unter www.wt-viersen.de

(StadtSpiegel)