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Wie man ohne Panik Pfunde verliert FAKTEN

Viersen. Es war der Klassiker der Neujahrsvorsätze: „Endlich ein paar Kilos runter“. Doch viele scheiterten beim Abnehmen am Jojo-Effekt, verloren die Motivation oder machten sich selbst etwas vor, wenn es um die Kontrolle des bereits Erreichten ging. In der Selbsthilfegruppe „PLOP“ ist das anders. Von Daniel Uebber

„PLOP“ - das steht für „Pfunde lassen ohne Panik“ - „und genau das ist auch unser Motto“, sagt Christel Zentgraf. Im Jahr 2008 gründete sie die Selbsthilfegruppe, die sich jeden zweiten und vierten Donnerstag im Büro des Bürgervereins Berliner Höhe trifft. Zwölf Frauen sind es derzeit, die sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch in Sachen Abnehmen treffen. „Jeder Termin beginnt mit dem Gang zur Waage - vertraulich dokumentiere ich das Gewicht unserer Mitglieder. Danach setzen wir uns in der Runde zusammen und sprechen darüber, wie die vergangenen Wochen gelaufen sind“, erklärt Christel Zentgraf.

Ernährungsberatung

Da geht es dann darum, was auf dem Tisch gelandet ist, bei welchen Situationen die Teilnehmer zu viel oder etwas ungesundes essen. Auch Styling-Experten und eine Ernährungsberaterin nehmen regelmäßig an den Treffen teil. „Wer es schafft, mehr als zehn Prozent seines Ursprungsgewichts zu verlieren, wird bei uns ein ’grünes Mitglied’ und bekommt eine besondere Auszeichnung“, verrät Christel Zentgraf.

Zwei der zwölf Frauen haben es schon geschafft. „Wir hatten mal eine junge Frau hier, die hat ganze 24 Kilo abgenommen“, sagt Christel Zentgraf, der es beim Abnehmen aber nicht darauf ankommt, was letztendlich auf der Waage zu lesen ist: „Wir sind hier nicht bei ’The Biggest Looser’. Wichtig ist, dass sich die Menschen beim Abnehmen wohlfühlen. Man kann sich eine Zeit lang mit Medikamenten und Shakes helfen, aber letztendlich ist Essen Lebensqualität. Auf den bewussten Umgang mit den Lebensmitteln aber kommt es an, wenn man erfolgreich abnehmen will.“

Schokolade kein Tabu

So sei das Stück Schokolade im Kühlschrank ebenso wenig tabu, wie Karnevalskamelle. „Aber eben in Maßen. Ich zum Beispiel habe ein paar Sachen, auf die ich verzichte: Keine Vorsuppen, so gut wie nie Nachtisch, den Kaffee trinke ich schwarz. Ich will mir vor jedem Treffen beweisen, dass ich es schaffe, mein Gewicht zu halten“, so die Rentnerin.

Und gerade das sei schwierig: „Pfunde zu verlieren ist einfacher, als sein Level zu halten. Viele Menschen nehmen im Laufe der Jahre zu. Jedes Jahr vielleicht ein bis zwei Kilo. Schaut man sich dann zehn Jahre alte Bilder an, sieht man, wie man sich verändert hat. Diesen Werdegang wollen wir durchbrechen.“

Jede Mahlzeit aufschreiben

Doch wie nimmt man nun ab? Christel Zentgraf hat einen Tipp: „Schreiben Sie jede Mahlzeit, die sie essen, auf. Nach einer Woche essen Sie automatisch weniger, weil Sie merken, was sie alles in sich hineinschaufeln. Das ist der erste Schritt für ein bewussteres Essen. Und: Nur weil auf einer Etikette das Wort ’light’ abgedruckt ist, heißt es noch lange nicht, dass es gesund ist.“

(StadtSpiegel)