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Parker sollen zahlen

Viersen. Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung des Rates der Stadt Viersen hat die Verwaltung beauftragt, eine Nutzungsordnung für den Wohnmobilstellplatz Ransberg zu erarbeiten. Von Daniel Uebber

Der Wohnmobilstellplatz besteht seit einem Jahrzehnt, er bietet Platz für bis zu neun Fahrzeuge. Ausgestattet ist er mit einer Entsorgungsanlage für Abwasser, einer Frischwasserzapfstelle und einer Stromsäule mit sechs Steckdosen. Außerdem steht den Nutzern ein Müllcontainer zur Verfügung. Eine Nutzungsordnung gibt es bislang nicht, die Fläche ist mit einem Schild als Wohnmobilstellplatz für höchstens drei Übernachtungen ausgewiesen.

Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung hat sich jetzt auf Antrag der SPD-Ratsfraktion mit dem Stellplatz beschäftigt. Hintergrund ist der Umstand, dass insbesondere in den letzten anderthalb Jahren verstärkt Nutzungen festgestellt wurden, die nicht dem Sinn und Zweck des Platzes entsprechen. So werden Stellplätze zunehmend durch Langzeitparker belegt, darunter auch solche, die in Viersen wohnen oder den Abstellplatz als ihren Wohnort betrachten. Teilweise wurde der Platz auch von durchreisenden Gruppen benutzt, die größere Müllmengen hinterließen. Die durch einschlägige Internetseiten animierte Verwendung als Treff- und Ausführungspunkt für „schnellen Autobahnsex“ wurde inzwischen durch regelmäßige Kontrollen des Ordnungsamtes wirkungsvoll unterbunden. Mit der Nutzungsordnung, die mit einem Nutzungsentgelt verbunden wäre, soll der Platz für Besucher freigehalten werden, die als Touristen nach Viersen kommen. Eine Umfrage unter Besuchern ergab, dass diese bereit sind, ein solches Nutzungsentgelt zu bezahlen. Eine solche Zahlung ist zudem üblich und wird von den Wohnmobilisten akzeptiert.

Für geplante zehn Euro pro Fahrzeug und Übernachtung können dann nicht nur die Einrichtungen des Abstellplatzes genutzt werden. Hinzu kommen weitere Vorteile, etwa der freie Eintritt ins Schwimmbad Ransberg für eine Person und Rabatte diverser privater Anbieter touristischer Aktivitäten. Weitere Verhandlungen laufen noch.

Die Details einer Nutzungsordnung werden jetzt erarbeitet. Anschließend werden sich die politischen Gremien der Stadt Viersen erneut mit dem Thema beschäftigen.

(StadtSpiegel)