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Keine zweite Gesamtschule

Viersen. Die Errichtung einer zweiten Gesamtschule in Viersen hat der Viersener Schulausschuss am Dienstag abgelehnt. Ein entsprechender Antrag der Fraktion Die Linke fand keine Mehrheit. Der Grund: Es gibt zu wenig potenzielle Schülerinnen und Schüler. Von Daniel Uebber

Die Verwaltung hatte in ihrer Vorlage unter anderem darauf hingewiesen, dass laut Schulgesetz für die Gründung einer Gesamtschule ein Schülerpotenzial von 25 SchüSchülern in vier Zügen über einen Zeitraum von fünf Jahren nachgewiesen werden muss. Legt man die Zahl der im Anmeldeverfahren für die Anne-Frank-Gesamtschule abgewiesenen Schüler zugrunde, wurde diese Mindestzahl schon in den letzten Schuljahren regelmäßig unterschritten.

Die Errichtung neuer Schulen in benachbarten Kommunen hat zudem in den letzten Jahren zu einem permanenten Rückgang der Einpendlerzahlen von Schülern nach Viersen geführt. Damit wäre ein Antrag der Stadt Viersen auf eine zweite Gesamtschule nicht genehmigungsfähig. Nach Auskunft der Schulleitung der Anne-Frank-Gesamtschule Viersen werden im kommenden Schuljahr lediglich zwischen 30 und 35 Schüler abgelehnt werden müssen.

Schließlich verwies die Verwaltung auf den Schulversuch PRIMUS-Schule. Diese Schule befindet sich derzeit im sukzessiven Aufbau und ist explizit als eine Schule für alle Schüler zu verstehen. Das pädagogische Konzept beinhaltet eine differenzierte schulische Ausbildung mit der Möglichkeit aller Schulabschlüsse. Die PRIMUS-Schule wird ab dem Schuljahr 2018/19 ein Angebot der Sekundarstufe I vorhalten, das in direkter Konkurrenz zu einer zweiten Gesamtschule stehen würde. Die Gründung einer zweiten Gesamtschule, so die Meinung verschiedener Ausschussmitglieder, hätte auch nachteilige Auswirkungen auf andere Viersener Schulen.

Einstimmig votierte der Ausschuss dafür, dass die Dependance der Gemeinschaftsgrundschule Rahser am Standort Krefelder Straße unbefristet erhalten bleiben soll. 2011 war die heutige GGS Rahser als vierzügige Grundschule errichtet worden. Für die Dauer von maximal fünf Jahren wurde damals durch die Bezirksregierung eine Dependance am Standort Krefelder Straße genehmigt. Grund für die zeitliche Befristung war die Annahme, dass die GGS Rahser künftig dreizügig sein werde. Dies hat sich rein rechnerisch zwar weitestgehend bestätigt, allerdings hat sich der Bedarf an Schulraum in den letzten Jahren deutlich erhöht. Die GGS Rahser ist seit August 2013 eine Schule des Gemeinsamen Lernens. Voraussichtlich wird hier künftig ein erhöhter Bedarf an Schulraum zur Differenzierung bestehen. Das Angebot des Offenen Ganztags wurde zum Schuljahr 2014/2015 um eine zusätzliche Gruppe erweitert. Hinzu kommt ein steigender Bedarf durch herkunftssprachlichen Unterricht.

Bei einem Beratungsgespräch im Dezember letzten Jahres hat die Bezirksregierung angesichts dieser Entwicklung bereits eine unbefristete Verlängerung des Standortes Krefelder Straße in Aussicht gestellt. Die Schulaufsicht des Kreises, ebenfalls Teilnehmer an diesem Gespräch, unterstützt diesen Wunsch der Stadtverwaltung ausdrücklich.

(StadtSpiegel)
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