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„Wir sind einfach enttäuscht“

„Wir sind einfach enttäuscht“
Anna von Charmier (l.) und Birgit Frolow sind sauer: Wieder müssen ihre Kinder aufgrund der Schließung der Kita am Steinkreis ihren Betreungsstandort wechseln. FOTO: Uebber
Viersen. Rund zehn Monate ist die Viersener Kita am Steinkreis wegen Schimmelbefalls geschlossen. Unter den Folgen haben vor allem die Kinder zu leiden. Manche der U3-betreuten Kinder müssen nun zum dritten Mal ihren Betreuungsstandort wechseln. Von Daniel Uebber

Birgit Frolow und Anna von Charmier sind sauer. Ihre Kinder gehen auf die Offene Ganztags-Schule an der Krefelder Straße und werden nach der Schule im Gebäude des Casinos Robend betreut. Hierhin sollen nun aber die Kinder, die eigentlich in der Kita am Steinkreis untergebracht sein sollten, vorübergehend einquartiert werden.

„Für meine Luisa ist dies nun der vierte ’Umzug’“, sagt Anna von Charmier. „Die ersten beiden Monate war sie in der U3-Betreuung in der Kita am Steinkreis. Dann ging es in die Kita Robend, dann in die Kita St. Nikolaus und jetzt ins Casino Robend“, beklagt sich die Mutter, deren älterer Sohn Lian OGS-Kind an der Krefelder Straße ist. Sie ist damit doppelt betroffen von der Tatsache, dass es in Viersen einfach nicht genügend Betreuungsplätze für Kindergarten- und Grundschulkinder gibt. Nicht nur, dass ihre Tochter wieder den Betreuungsstandort wechseln muss, nein, auch ihr Sohn Lian muss Platz machen. Denn die bis dato im Casino Robend betreute OGS-Gruppe muss weichen - voraussichtlich in zwei Klassenräume der Gemeinschaftsgrundschule Rahser. Auch Birgit Frolow ist wütend. Ihr Sohn Philipp kommt nach den Sommerferien in die dritte Klasse. „Wir sind damals gerade wegen des guten Rufs der OGS hier nach Viersen gezogen. Doch die aktuelle Betreuungssituation hat nichts mit dem zu tun, mit dem die Stadt Viersen damals geworben hatte“, sagt die Mutter. Besonders ist ihr ein Dorn im Auge, dass die Mittagsverpflegung der OGS-Kinder nun im „Käffchen am Steinkreis“ stattfinden soll. „In der Mitteilung durch die Stadt macht man uns darauf aufmerksam, dass uns dadurch ’keine Mehrkosten’ entstehen. Das empfinde ich als besonders dreist. Eigentlich stünden uns Kompensationsleistungen zu, weil die OGS die vereinbarten Leistungen nicht mehr liefern kann“, sagt Birgit Frolow. So könne in den von der Stadt geplanten Ausweichstandorten für die OGS-Kinder weder die bestehenden AG’s fortgeführt werden, noch die Turnhalle öfter als einmal pro Woche genutzt werden. „Außerdem ist die Hausaufgabenbetreuung nicht gewährleistet“, sagt Birgt Frolow. Die U3-Betreuung im Casino Robend stellen sich die beiden Mütter auch schwierig vor: „Draußen spielen ist kaum möglich. Das Klettergerüst ist nicht U3-tauglich“, sagt Anna von Charmier.

(StadtSpiegel)