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Schubert, übernehmen Sie!

Schubert, übernehmen Sie!
Gestern Vormittag leitete André Schubert das erste Training, beim Spiel heute Abend gegen Augsburg sitzt er erstmals als verantwortlicher Cheftrainer auf der Bank. FOTO: Wiechmann
M’gladbach (jfk). André Schubert wird neuer Trainer bei Borussia Mönchengladbach – zumindest vorerst. Der 44-Jährige übernimmt das Amt des zurückgetretenen Lucien Favre. Das allerdings nur interimsweise, wie Sportdirektor Max Eberl auf der Pressekonferenz am Montag unterstrich. Von Ulrich Rentzsch

Zum Feiern war Eberl, der just Montag 42 Jahre alt wurde, nicht zumute. Er sei „sehr, sehr traurig, dass eine so unfassbar tolle Zeit auf diese Weise zu Ende gegangen ist“, kommentierte der Sportdirektor den überraschenden Rücktritt Favres. Dessen Berater habe ihn Sonntagmorgen um 7.20 Uhr informiert, dass der Trainer von seinem Posten zurücktreten wolle. Auch zwei lange Gesprächsrunden im Borussia-Park am Sonntagvormittag und -nachmittag hätten den Schweizer nicht umstimmen können. „Wir sind dann mit unserem Entschluss, die Kündigung nicht anzunehmen, auseinandergegangen“, hatte Eberl da noch auf ein weiteres Gespräch mit Favre am Montag gehofft. Dieser habe aber „unsere ganzen Argumente nicht an sich herangelassen. Seine Begründung war, dass er keine Lösung mehr für die sportliche Situation fände“, sagte Eberl und sah dabei so aus, als könne er es immer noch nicht glauben, dass der Trainer von Borussia Mönchengladbach nicht mehr Lucien Favre heißt.

Sondern André Schubert: Der hatte erst im Sommer die U23 Borussias übernommen, davor war Schubert Trainer beim Zweitligisten FC St. Pauli, wo er im September 2012 entlassen worden war. „André hat sich direkt bereit erklärt, uns zu helfen. Er hat Bock drauf“, schätzt Eberl seinen neuen leitenden Angestellten ein. Für beide Seiten sei jedoch klar, dass dies nur eine Lösung auf Zeit ist. Zusammen mit Teammanager Steffen Korrell, den Vize-Präsidenten Hans Meyer und Rainer Bonhof will Eberl in den kommenden Tagen den neuen Cheftrainer finden. Dass dies keine einfache Aufgabe ist, weiß Eberl selbst: „Wir haben September, da fallen die besten Trainer nicht von den Bäumen.“

(StadtSpiegel)