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Mindestens drei Stunden Sport pro Woche!

Mindestens drei Stunden Sport pro Woche!
Veranstalter und Podiumsteilnehmer im Gespräch (von links): Moderator Michael Heise, KSB-Pressewart Heinz-Willi Schmitz, stellvertretende KSB-Vorsitzende Barbara-Janke, Übungsleiterin Jamie Lee Poos, Martina Maaßen (MdL, Grüne), KSB-Vorsitzende Angelika Feller, Prof. Wildor Hollmann, WDR-Moderator Dieter Könnes, KSB-Geschäftsführerin Klaudia Schleuter, Kreisdirektor Ingo Schabrich und Schulrat Dr. Thomas Mohr. FOTO: Kreis Viersen
Kreis Viersen. Für den Brüggener Sportmediziner Professor Wildor Hollmann ist die Sache klar: Die Körper von Kindern schütten durch Sport nicht nur erheblich mehr Wachstumshormone aus – Kinder, die Sport treiben, haben in allen Arealen ein größeres Hirnvolumen. „Durch körperliches Training kann man alles kompensieren“, lautet die Botschaft des inzwischen 92-jährigen Experten. Von der Redaktion

Seine Forderungen: Kinder brauchen in der Schule mindestens drei Sportstunden pro Woche. Sie sollten dazu ermuntert werden, in Sportvereine zu gehen. Außerdem müsse man Eltern immer wieder auf den positiven Einfluss von Bewegung und Sport hinweisen.

Mit diesem klaren Statement startete die Podiumsdiskussion „Im Sport steckt Bildung“ im Viersener Kreishaus-Forum. 200 Gäste aus dem Sport-, Kita- und Schulbereich waren der Einladung des KreisSportBundes (KSB) gefolgt. Damit war der Sitzungssaal bis auf den letzten Platz besetzt.

Sechs Fachleute diskutierten nach dem Impulsvortrag auf dem Podium über die bildungspolitische Bedeutung des Sports und die Folgerungen, die sich daraus ergeben.

Großes Lob für die Sportvereine fand Kreisdirektor Ingo Schabrich: „Wir wissen im Kreishaus, dass der KSB gut in die Breite wirken kann und schätzen ihn und seine angschlossenen Vereine als verlässliche Partner.“

„Wir brauchen die direkte Nähe zum Kreis“, betonte die stellvertretende KSB-Vorsitzende Barbara Janke. „Die Bildungsinitiative braucht Unterstützung des Kreises, damit die Kooperation mit Schulen für die Vereine leichter möglich ist.“ Janke untermauerte den Anspruch des KSB, als Bildungspartner für die Schulen aufzutreten. Ihr Ziel: Möglichst viele Kindertagesstätten und Schulen sollen die Möglichkeit bekommen, im Rahmen ihrer Ganztagsschul-Programme mit Sportvereinen zu kooperieren.

Schulrat Dr. Thomas Mohr ist mit dem aktuellen Stand des Angebotes schon recht zufrieden. Rund die Hälfte der Grundschulen im Kreis kooperiere inzwischen mit Sportvereinen. „Bewegung Spiel und Sport ist ganz bedeutsam, weil auch andere Fächer davon profitieren“, ist Mohr überzeugt. Als wichtige Aspekte nannte er soziales Lernen, die Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, die Integration von Kindern aus anderen Ländern oder Städten und die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.

Diese Stärken des Sports nennt auch die Grüne Landtagsabgeordnete Martina Maaßen sofort. Sie gibt aber auch zu: „Der Stellenwert des Sports als Bildungsträger könnte noch höher sein. Das wir in der Politik oft noch nicht so umfassend gesehen.“

Drastischer und persönlicher nennt Ruder-Olympiasieger Ansgar Wesseling die Bedeutung des Sports: „Ich wäre nicht der, der ich heute bin, wenn ich nicht Sport getrieben hätte.“ Damit spielt Wesseling nicht nur auf die sportlich messbaren Erfolge an, sondern auch auf die Persönlichkeitsentwicklung. „Ich finde erschreckend, wie viel Empathie und Werteverhalten wir in der Gesellschaft verloren haben. Ich bin überzeugt, dass Vereine das erfolgreich aufarbeiten und dagegenhalten können.“

„Ich frage mich, warum manche Eltern ihre Kinder mit dem Auto immer bis vor die Schule bringen“ warf WDR-Moderator Dieter Könnes in die Diskussion ein. Seine Botschaft: Eltern sollten sich ihrer eigenen Verantwortung für die Entwicklung ihrer Kinder bewusst werden. „Also: kehrt mal vor eurer eigenen Haustür und fordert nicht sofort von der Politik und den Vereinen.“

Ein rundum zufriedenes Fazit zieht KSB-Vorsitzende Angelika Feller: „Als Ergebnis wird es einen runden Tisch geben, an dem Schulen und Sportvereine sich austauschen. So erfahren wir besser, was die Schulen sich wünschen und die Schulen bekommen ein besseres Bild davon, was die Vereine leisten können.“ Von einen Teil des Angebots konnten die Gäste sich vor der Diskussion ein Bild machen. Viele Vereine hatten sich bei einem „Markt der Möglichkeiten“ mit ihrer Vereins- und Schularbeit vorgestellt.

(Report Anzeigenblatt)