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Das Wissen, es zu können

Das Wissen, es zu können
Die beiden Kinder standen am Rand und begleiteten Axel Zachau auf dem letzten Kilometer. Sie hatten – wie sie unterwegs erzählten – schon den Kinderlauf geschafft und waren sehr stolz auf ihre Medaille, die sie sich erlaufen hatten. FOTO: Athletik Waldniel
Waldniel. Nachdem Axel Zachau von Athletik Waldniel noch vor Kurzem in Hamburg in einer persönlichen Bestzeit von 3:38:36 Stunden durchs Ziel lief, stand nun eine etwas anders gelagerte Herausforderung an. In Wuppertal stand der WHEW100-Ultralauf auf dem Programm. Von der Redaktion

Der Lauf begann morgens um 7 Uhr. Er führt entlang einer ehemaligen Bahntrasse von Wuppertal nach Hattingen und über Essen wieder zurück. Die Strecke ist 100 Kilometer lang – landschaftlich sehr schön gelegen und hervorragend organisiert.

Auch wenn die Ziellinie weit weg war, für Axel Zachau zählte nur das Ankommen. 100 Kilometer sind nicht direkt um die Ecke und die Zeit, nachdem man aus der Wertung fiel betrug 15 Stunden. Maximal 15 Stunden, die einen Läufer von der Medaille trennen.

Die ersten 25 Kilometer lief es sich sehr angenehm. Auch die Steigungen konnten im Laufschritt genommen werden. Immer wieder musste sich Axel Zachau zurück nehmen um nicht zu schnell zu werden, da er wusste, dies am Ende möglicherweise zu bereuen.

Das nächste Teilstück bis Kilometer 50 ging mehr bergab, so dass es für Zachau etwas angenehmer wurde. Vorbei am Baldeneysee in Essen fragte plötzlich eine Passantin „Was ist eigentlich die Belohnung für die Qual?“ Zachau antwortete ihr lachend: „Für mich – das Wissen, es zu können.“

Die Beine wurden bis Kilometer 75 aber zunehmend schwerer, der Kopf mit jedem Schritt zunehmend leerer. Der schwerste Teil des gesamten Laufs wurden die letzten Kilometer. Es ging bis Kilometer 86 stetig weiter bergauf. Zachau wollte diesen Weg erst komplett gehen, da er sich genug Zeit herausgelaufen hatte. Doch nachdem er von immer mehr Läufern überholt wurde, fiel er doch wieder in einen Trab zurück und erreichte den höchsten Punkt. Hierbei wurde er von einem der Musiktrupps unterstützt, die sich zu den Läufern gesellten und sich mit ihnen unterhielten. Hierbei lief zur Motivation Musik aus Lautsprechern. Dies wirkte so motivierend, dass Zachau immer weiter laufen konnte.

Die letzten Kilometer auf der Bahntrasse verliefen über den Dächern von Wuppertal – zumindest sah es auf den überführenden Brücken so aus.

Bei Kilometer 99 wurde Axel Zachau von einem Radfahrer eingeholt. Es handelte sich um Gunnar Mitzner, ebenfalls ein Mitglied von Athletik Waldniel, der einzig zur Motivierung die Strecke mit dem Rad abgefahren ist. Er konnte Zachau auf den letzten Metern zu einer Höchstleistung bringen. Zachau durchlief das Ziel in einer Zeit von 11:53:57 Stunden als 52. – erschöpft aber glücklich. Neben einem Sonnenbrand nahm er das Wissen mit, dieser Aufgabe gewachsen gewesen zu sein.

(Report Anzeigenblatt)
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