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Stranzls fürchterliches Comeback

Stranzls fürchterliches Comeback
Sinnbildlich und schrecklich zugleich: Nach einem Zusammenprall mit Havard Nordtveit blieb Martin Stranzl regungslos liegen und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Schlimmer hätte die Rückkehr für Martin Starnzl in die Startelf nicht laufen können. Nicht nur, dass der VfL gegen den Hamburger SV mit 0:3 unterging, der Österreicher zog sich auch einen Bruch des Augenhöhlenbodens zu und wird seiner Mannschaft erneut acht Wochen fehlen. Von David Friederichs

Man musste kein großer Lippenleser sein, um zu erkennen, was Martin Stranzl kurz nach dem 0:2 durch Pierre Michel Lasogga über selbige rutschte. „Unglaublich“, sagte der Österreicher kopfschüttelnd. Bei seinem Startelf Comeback nach fünfeinhalb monatiger Pause war er bereits zur Pause bedient, auch wenn der da noch nicht ahnen konnte, was ihm noch zustoßen würde. Keine zwei Minuten waren gespielt, als Stranzl beinahe schon zum Torschützen geworden wäre - allerdings ins eigene Tor. Doch Yann Sommer reagierte gut in dieser Situation. Knapp zehn Minuten später war aber auch Sommer machtlos. Nach einem katastrophalen Rückpass von Tony Jantschke, der auf der Sechs spielte, stand Lasogga alleine vor dem Tor, umkurvte Sommer und schob ohne Probleme ein. Ein symptomatisches Tor für die momentane Situation der Fohlen-Elf. „Solche Fehler passieren uns momentan reihenweise im Spiel. Es passt nichts zusammen“, sagte Jantschke nach der Partie. Die Verunsicherung war in jeder Phase spürbar, einfachste Pässe brachte man nicht an den eigenen Mann und leistete sich unzählige Stockfehler. So machte man es den Gästen aus Hamburg einfach, das Spiel zu kontrollieren. Geschickt stellte die Elf von Bruno Labbadia die Räume zu und machte die momentane Hilflosigkeit der Borussen deutlich. Auch wenn die treusten der treuen Fans in der Nordkurve unermüdlich ihr Team anfeuerten, mischten sich erste Pfiffe in die Gesänge.

Und wer dachte, im zweiten Durchgang könnte es kaum schlimmer kommen, wurde keine sieben Minuten nach Wiederanpfiff eines Besseren belehrt. Nach einem langen Ball von HSV-Keeper Drobny verschätzte sich Roel Brouwers und Nikolai Müller konnte den Ball über den herausstürmenden Sommer ins Tor lupfen. Und Martin Stranzl? Den erwischte es noch schlimmer. Nach einem Zusammenprall mit Havard Nordtveit musste er verletzt vom Platz und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht: Diagnose: Bruch des Augenhöhlenbodens. Er fällt damit sechs bis acht Wochen aus.

Schon zehn Minute vor Schluss verließen viele Fans frustriert das Stadion. Selbst in der Nordkurve lichteten sich die Reihen deutlich. Zu tief saß der Schock der vierten Niederlage im vierten Spiel. Nicht eine echte Chance hatte sich der VfL in den 90 Minuten herausspielen können, und das gegen eine Mannschaft, die ihre ersten beiden Auswärtsspiele verloren hatte.

„Wir haben 0:3 auf die Fresse bekommen. Ich will keinem den Willen absprechen, aber so geht es nicht“, fand auch Eberl deutliche Worte.

(Report Anzeigenblatt)