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Die Borussia mit Kopf und Köpfchen

Die Borussia mit Kopf und Köpfchen
Granit Xhaka und Raffael führten die Borussia zum zweiten Sieg im zweiten Spiel unter Interimstrainer André Schubert. FOTO: Getty Images
Stuttgart. Zwei Spiele, sechs Punkte: Binnen vier Tagen hat sich Borussia Mönchengladbach vom letzten Tabellenplatz ins untere Mittelfeld katapultiert. Maßgeblich daran beteiligt: ausgerechnet zwei Lieblingsschüler des zurückgetreten Lucien Favre. Von Jan Finken

Rückblende, Mittwochabend im Borussia-Park: Freistoß Raffael, Kopfball Xhaka, 2:0 Borussia. Gestern, Mercedes-Benz Arena, Stuttgart: Freistoß Raffael, Kopfball Xhaka, 1:0 Borussia. Kurz vor Spielende schloss der Brasilianer dann noch einen Konter zum 3:1-Endstand ab.

Schon am Mittwoch war Raffael, der wie von einer schweren Last befreit scheint, der überragende Mann bei den Fohlen, bereitete drei der vier Gladbacher Tore gegen Augsburg vor (am vierten war er indirekt beteiligt) und hätte seine Leistung in der Schlussphase noch krönen können, doch sein strammer Schuss landete da noch an der Latte.

Gestern war ihm dann der entscheidende Treffer gegen Stuttgart gegönnt, indem er einen Konter eiskalt abschloss. Sein anschließender Jubel vor dem Fanblock der rund 5.000 mitgereisten Borussen machte deutlich, wie sehr die vergangenen Wochen, in denen bei der Mannschaft und bei ihm persönlich überhaupt nichts rund lief, auch an dem sensiblen Spielmacher genagt hatten. Anders als Raffael ist Granit Xhaka ein Spieler der robusteren Sorte. In der Phase, in der Gladbach die ersten sechs Saisonspiele verlor, wurde von Niederlage zu Niederlage der Ruf nach einem „echten Typen“, der die Mannschaft mitreißen kann, immer lauter. Xhaka ist so einer: Immer mit 100 Prozent Einsatz, immer engagiert, immer laut. Dass der Hitzkopf bisweilen über das Ziel hinausschießt und mit schlampigen Pässen manchmal auch Gefahr für die eigene Hintermannschaft heraufbeschwört – geschenkt. Nach seiner Rückkehr ins Team – Xhaka fehlte zuvor gegen den HSV und Sevilla jeweils aufgrund einer Gelb-Roten Karte – beweist er, wie viel Stabilität er der Mannschaft von Interimstrainer André Schubert gibt.

(Report Anzeigenblatt)