| 13.52 Uhr

Yeah! Yeah! Yeah!

Yeah! Yeah! Yeah!
Ganz nah an der Band, die zum Mythos geworden ist: Jürgen Meis, Frank Gärtner, Jürgen Schulte (hinten von links), Melanie Schlootz vom „convivo“ in der Villa Marx und Gabi Koepp (vorne von links) inmitten der Beatles-Sammlerstücke. FOTO: Uli Rentzsch
Viersen. Sie wissen um den Mythos dieser Band, sie glauben an die Kreativität dieser Band, an deren Unsterblichkeit. Sie treffen sich zum regelmäßigen Stammtisch in der Villa Marx. Sie sind Beatles-Fans. Mit Leib und Seele. Von Ulrich Rentzsch

Jürgen Schulte hat einen Wunsch: „Ich würde mich riesig freuen, wenn im Radio mal ,Happiness Is A Warm Gun’ von den Beatles gespielt werden würde.“ Eben einer der Songs von der Beatles, die nicht den Massengeschmack treffen, aber dennoch kleine Meisterwerke sind. Alle nicken. Die Songs von John sind nachhaltiger, schiebt er hinterher. Alle nicken. „Aber Paul hat wirklich schöne Melodien geschrieben“, sagt Jürgen Meis. Wieder nicken alle. „Und George ist vielleicht das verkannte Genie der Beatles“, meint Frank Gärtner. Zustimmung.

Gabi Koepp kommt ins Schwärmen. Die Beatles übten schon eine riesige Faszination aus. Wir besuchten die vier Beatles-Fans in der Villa Marx in Viersen. Alle sechs Wochen treffen sie sich mit weiteren rund 30 Fans, um über diese Pilzköpfe zu sprechen, zu fachsimpeln oder eben einfach nur um des Schwärmens willen.

Frank Gärtner hatte den Stammtisch gegründet, beim ersten Termin kamen sechs Beatles-Freunde. Innerhalb kürzester Zeit sind es über 30 geworden. Unterschiedlichen Alters. Vom Klosterhof in Neuwerk zog man bald in die Villa Marx um. „Hier fühlen wir uns richtig gut aufgehoben“, sagt Jürgen Meis. Sogar ein kleiner Kinosaal kann genutzt werden.

Selbst aus Leverkusen schaut ein Beatles-Liebhaber regelmäßig vorbei und erzählt von seinen Schallplatten. Tausende besitzt er – nur von der Beatles. Jürgen Schulte kann mithalten. In seinem Keller hat er 24 000 Exemplare sortiert. Nicht nur von den Beatles, sondern Singles generell aus den 1960er Jahren. „Da gab nicht nur die Beatles, die Stones, die Who oder die Kinks“, sagt er. Viele andere Bands verdienten auch Respekt, hätten aber gegen die „Großen“ kaum eine Chance gehabt.

Begeistert war die Gruppe vom Besuch des Krefelder Fotografen Elmar Welge. Er hatte 1966 die Bravo Beatles Blitztour fotografiert, war bei einem Termin gestolpert und John Lennon quasi vor die Füße gefallen. Später erinnerte sich John an diesen Vorfall und lud den Krefelder 1969 zu den berühmten Bed-in-Sessions ein. „Das war ein absolutes Highlight für uns, diesen Mann als Gast hier bei uns zu haben“, sagt Jürgen Meis.

Zusammen mit Gabi Koepp hatte er eine vierteilige Radiosendung beim Bürgerfunk Welle 90,1 auf die Beine gestellt. In der ganzen Welt wurden Beatles-Fans nach ihren persönlichen Top 30 gefragt. „Das Ergebnis haben wir dann in den Sendungen präsentiert“, erzählt Gabi Koepp.

Bei jedem Stammtisch wird ein spezielles Thema zur Grundlage der Gespräche gemacht. Beim nächsten Termin am 25. August, steht der Auftritt von Paul McCartney in Düsseldorf im Mittelpunkt.

Das Beatles-Museum in Halle an der Saale hat der Stammtisch bereits besucht, geplant ist nun ein Ausflug nach Liverpool. „Und wir möchten auch einmal über die Abbey Raod gehen“, sagt Frank Gärtner. Jürgen Schulte muss kontern: „Nicht gehen, schweben.“

(Report Anzeigenblatt)