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Wo ist denn mein Fahrrad?

Wo ist denn mein Fahrrad?
Auch wenn die Besorgung nur kurz ist, das Fahrrad bitte immer sorgfältig abschließen. FOTO: Heike Ahlen
Kreis Viersen. Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist in den vergangenen Wochen gestiegen. Die Polizei gibt Tipps, wie man die Chancen erhöht, den Drahtesel wieder zu bekommen – oder wie er gar nicht erst wegkommt. Von Sandra Geller

Dieses Gefühl – nur eben schnell zum Bäcker rein, das Fahrrad vor der Tür abgestellt, man kommt fünf Minuten später raus, und das Rad ist weg. Dieses Erlebnis hatten vor allem in den letzten Wochen überdurchschnittlich viele Menschen im Westkreis. Die Statistik der Polizei spricht eine deutliche Sprache. 613 angezeigte Fahrraddiebstähle gab es im gesamten Kreis Viersen in den ersten sieben Monaten des vergangenen Jahres. Im gleichen Zeitraum dieses Jahres waren es 687 – eine Steigerung um zwölf Prozent.

In den letzten drei Wochen vergeht gefühlt kein Tag, wo nicht ein oder gleich mehrere Posts in den örtlichen Gruppen der sozialen Netzwerke auftauchen, wo jemand den anderen Nutzern mitteilt, dass es nun auch sein Fahrrad erwischt hat. Eine Brüggener Geschäftsfrau hat über eine solche Gruppe bereits ihre Kunden gewarnt: Vor dem Geschäft sei es in letzter Zeit vermehrt zu Fahrraddiebstählen gekommen, sie bittet darum, das Rad auch dann abzuschließen, wenn man nur eben Brötchen holt.

Tatsächlich ist die Zahl der angezeigten Diebstähle im August noch einmal sprunghaft in die Höhe gegangen. 191 Fälle kreisweit hat die Polizei registriert. Die meisten Fahrräder – 59 – wurden in Nettetal gestohlen gemeldet. Auffällig ist auch der Wert für die relativ kleine Gemeinde Brüggen. Hier gibt es 23 Anzeigen. Städte wie Viersen (29) und Kempen (25) sind ungleich größer, weisen aber ähnliche Zahlen auf.

Die Polizei rät dazu, als Besitzer sein Rad registrieren zu lassen. Wer das nicht möchte, der solle ein oder mehrere Fotos anfertigen, möglicherweise Besonderheiten des Rades in Großaufnahme festhalten und die Bilder gemeinsam mit der Rahmennummer aufbewahren, um die Nummer im Falle eines Diebstahls bei der Polizei hinterlegen zu können. Denn wenn bei Kontrollen jemand verdächtigt wird, mit einem gestohlenen Rad unterwegs zu sein, dann müssen die Beamten vor Ort ihm das nachweisen können – mit Hilfe der Rahmennummer ist das sehr einfach.

Natürlich sollte man auch alle Vorkehrungen treffen, damit das Fahrrad eben nicht den Langfingern zum Opfer fällt. Das stabile Schloss sollte immer mit unterwegs sein und auch bei einer noch so kurzen Besorgung benutzt werden.

Sollte das Rad doch gestohlen werden, sollte man Anzeige bei der Polizei erstatten. Das ist nicht nur wichtig, falls man gegenüber einer Versicherung einen Schaden geltend machen will, sondern kann auch helfen, das Rad wiederzubekommen, falls den Ermittlern Fahrraddiebe ins Netz gehen.

(Report Anzeigenblatt)