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Warten auf den Dienstag

Warten auf den Dienstag
Wie weit wird es kommen? Dürfen die Dieselautos künftig nicht mehr in die Innenstädte fahren?
Das Bundesverwaltungsgericht hat die für den vergangenen Donnerstag angekündigte Entscheidung vertagt – diese Entscheidung, ob Städte quasi eigenmächtig Fahrverbote für Dieselautos aussprechen dürfen, soll nun am kommenden Dienstag, 27. Februar, verkündet werden. Von Ulrich Rentzsch

Kreis Viersen (ur).

Offensichtlich war ein Urteil, das sicherlich Signalwirkung für ganz Deutschland hat, nicht so leicht zu fällen. Dabei ging es nicht um die Frage, ob Fahrverbote grundsätzlich einzuführen sind. Es wurde „lediglich“ darüber verhandelt, ob die Städte nach geltendem Recht Fahrverbote durchsetzen können, auch wenn es keine bundesweit einheitliche Regelung gibt.

Wir hier im Kreis Viersen könnten jetzt den Kopf in den Sand stecken. Was geht uns das alles an? Wir fahren erstens nur selten nach Stuttgart und können zweitens jederzeit auf Bus und Bahn umsteigen, wenn wir zur Arbeit nach Düsseldorf anreisen müssen. Und es geht auch nicht nur darum, ob wir bequem zum Shoppen über die Kö fahren können. Wie reagiert das Handwerk, wie der Lkw-Verkehr? Gibt es Übergangs- und/ oder Ausnahmeregelungen? Wer kontrolliert in den Innenstädten? Ist eine blaue Plakette die Lösung? Fragen über Fragen. Und die vielleicht wichtigste: Wer zahlt eine technische Nachrüstung der Dieselautos?

Viele beklagen indes den Wertverfall ihrer Dieselautos. Im Glauben, ein relativ sauberes Fahrzeug erworben zu haben, sinkt der Wert von Tag zu Tag. Bislang.

In Viersen und in Nettetal wurde bislang über Fahrverbote nicht nachgedacht. Die Nettetaler Stadtteile Hinsbeck und Leuth dürfen sich weiterhin Luftkurort nennen. Der einzige Messpunkt in Nettetal (am Juiser Feld) zeigte bislang keine Regung. „Wir haben bis heute keinen Anlass gesehen, über ein Fahrverbot nachzudenken“ erklärte Roswitha Karallus, Leiterin der NetteZentrale im Rathaus. Auch in Viersen ist bislang noch nicht über Fahrverbote nachgedacht worden. Sprecherin Ute Feyen erklärte, dass auch hier ein Anlass fehle. In Viersen selbst gibt es keine Messstation.

Nun heißt es, bis zum kommenden Dienstag zu warten.

(Report Anzeigenblatt)
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