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Sturmtief: Keine Verletzten

Sturmtief: Keine Verletzten
Vogelsrath war für knapp zwei Stunden ohne Strom: Der Mast einer 10.000-Volt-Leitung war gebrochen.
Kreis Viersen. Der Kreis Viersen war der am stärksten von Sturmtief „Burglind“ betroffene Kreis am Niederrhein, allerdings traf es die Region Aachen, Köln, Bonn deutlich härter. Insgesamt 77 Einsätze verzeichnet die Kreis-Leitstelle am Mittwoch gegen 15.30 Uhr. Den ersten fuhr gegen drei Uhr in der Nacht der Löschzug Amern. Von Heike Ahlen

Die Einsätze verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Gemeinden: Es gab in Nettetal 22 Einsätze, in Viersen 16, in Willlich 13, in Kempen neun, in Niederkrüchten fünf, in Grefrath und Schwalmtal jeweils vier, in Brüggen und in Tönisvorst je zwei Einsätze.

Auch Bauhof-Mitarbeiter verschiedener Kommunen sowie die Mitarbeiter des kreiseigenen Baubetriebshofs packten mit an, um Sturmschäden schnellstmöglich zu beseitigen.

In Brüggen war die Feuerwehr zur B221 und nach Heidhausen in Richtung Weißer Stein gerufen worden, für die Löschzüge Brüggen und Bracht bedeutete dies jeweils einen Einsatz. In Schwalmtal war dreimal der Löschzug Amern gefragt, einmal der Löschzug Waldniel. Die fünf Niederkrüchtener Einsätze forderten dreimal den Löschzug Elmpt, zweimal den Löschzug Niederkrüchten. Die Elmpter waren unter anderem schon gegen 5.15 Uhr mit zwei Bäumen auf der Straße An der Beek beschäftigt. In Niederkrüchten war es die Umgebung des Hariksees, die betroffen war. Der sumpfige und durch die anhaltenden Regenfälle aufgeweichte Boden hielt die Wurzeln der Bäume nicht mehr fest, so dass sie umstürzten.

Die Menschen in Vogelsrath waren von etwa 9.15 bis kurz vor elf Uhr ohne Strom. Ein Mast einer 10.000-Volt-Freileitung war gebrochen und hing schief. Zur Sicherheit wurde der Strom im Dorf abgeschaltet. Mitarbeiter des Netzbetreibers Westnetz waren schnell vor Ort und sorgten mit einem Notstrom-Aggregat dafür, dass Vogelsrath wieder Strom hatte. Noch im Laufe des Tages sollte der betroffene Mast ausgetauscht werden. Auch in Nettetal hat das Sturmtief Hochspannungsmasten getroffen, die B509 musste für eine längere Zeit gesperrt werden.

Die Viersener Feuerwehr wendete schon am frühen Morgen größeren Schaden ab, als entlang der Gladbacher Straße und der Helenenstraße die Gullis das Wasser nicht mehr fassen konnten. Die Laubfang-Körbe waren vom Herbstlaub voll, das Wasser stieg und drohte, in Keller zu laufen. Dadurch, dass die Körbe schnell herausgehoben wurden, konnte das Wasser wieder abfließen.

Um kurz vor acht Uhr gab es dann einen größeren Einsatz in Viersen. Ein RE13 war aus Kaldenkirchen kommend knapp 400 Meter hinter dem Bahnhof Viersen in Schwierigkeiten geraten – dort war ein Baum auf die Oberleitung gestürzt. Etwa 60 Passagiere saßen fest. Der Strom in der Oberleitung musste abgeschaltet werden. Mit einem Spezialfahrzeug mit Hebebühne fuhren DB-Mitarbeiter heran und reparierten die Oberleitung, so dass es gegen 9.45 Uhr möglich war, dass der Zug in den Bahnhof zurückfahren konnte, wo viele verhinderte Passagiere von Angehörigen erwartet wurden. Eine Evakuierung auf der Strecke war ihnen erspart geblieben.

(Report Anzeigenblatt)