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St. Martin vor dem Aus?

St. Martin vor dem Aus?
Lothar Beeck, Vorsitzender des St. Martin-Vereins Krefelder Straße, schlägt Alarm. Findet der Verein keine neuen Sammler, kann der Zug im nächsten Jahr nicht mehr stattfinden. FOTO: Uebber
Viersen. Der Viersener St. Martin-Verein an der Krefelder Straße schlägt Alarm: Findet der Verein keine ehrenamtlichen Spendensammler, ist der diesjährige Martinszug der letzte in der langen Vereinsgeschichte. Von Daniel Uebber

„Der diesjährige Martinszug ist aber nicht in Gefahr“, sagt Lothar Beeck, Vorsitzender des Vereins. Der habe für die Kosten des Zugs, der am Sonntag, 16. November, entlang der Krefelder- und Kanalstraße zieht, noch genügend Rücklagen. 700 Euro kommen laut Beeck allein für die Organisation eines Martinszuges zusammen: „Die Kapellen spielen nicht umsonst, das Martinspferd kostet auch Geld. Hinzu kommen Versicherungen“, sagt der Familienvater. Seine drei Söhne sind, wie ebenso rund 300 bis 400 weitere Teilnehmer, seit Jahren mit Freude mit dabei, wenn St. Martin durch die Straßen reitet. „Alle wollen mitfeiern, aber immer weniger sind bereit, so eine Veranstaltung auch auf die Beine zu stellen“, sagt Lothar Beeck. Vor allem sei es schwierig, ehrenamtliche Sammler zu finden, die vor den Martinszügen in der Nachbarschaft Spenden einsammeln. „Und auch die Bereitschaft der Menschen, etwas für die Martinstüten abzugeben, ist kleiner geworden“, sagt Lothar Beeck. Sechs Euro kostet eine Marke, darin sind Leckereien, Obst und natürlich der traditionelle Weckmann - alles in allem ein Wert von 7,50 Euro. „Warum immer weniger Leute spenden, weiß ich nicht. Meine Oma sagte früher, man müsse immer eine Mark auf dem Schrank liegen haben, falls wer Sammeln kommt. Heute ist das wohl anders“.

Marion Schouren, Vorsitzende des St. Martinvereins Süchteln-Vorst, der dieses Jahr zum 115. Mal durch den Ort zieht, kann ein geringer werdende Spende-Bereitschaft in ihrer Nachbarschaft nicht feststellen: „Wir haben das Glück, ein festes Team an Sammlern zu haben und sind gut aufgestellt. Auch der Martinsverein Berliner Höhe kann nicht über die selben Probleme klagen, wie die Kollegen ander Krefelder Straße: „Wir haben Rücklagen gebildet. Aber wir haben natürlich auch den Vorteil, auf ein fest verwurzeltes Team zurückgreifen zu können. Bei uns ist der Martinsverein an die Straßengemeinschaft angegliedert. Auch was das Thema Nachwuchs für die Vereinsarbeit angeht, können wir uns nicht beklagen“, sagt Rainer Knippertz vom Sankt-Martin-Verein Berliner Höhe.

Ist das Problem des Vereins an der Krefelder Straße damit ein Einzelfall in Viersen? Oder stehen weitere Martinszüge auf der Kippe? An der Krefelder Straße jedenfalls könnte die lange Martinstradition dieses Jahr auslaufen, sollten sich nicht neue ehrenamtliche Sammler finden. „Das wäre sehr schade, denn die Martinsreiter, die Sammler, Polizei, Feuerwehr und DRK, sowie Schützen und der Tambour Corps haben viel Herzblut in die Veranstaltung gesteckt“, sagt Lothar Beeck.

(StadtSpiegel)