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Parfümkauf: Der Gesundheit zuliebe auf Inhaltsstoffe achten

Es ist verführerisch, unsichtbares Accessoire und Seelenschmeichler in einem – das Parfüm. Doch in den schillernden Flacons verbirgt sich nicht selten eine gesundheitliche Gefahr.

Häufig verstecken sich chemische Krankmacher in den Gemischen. Ausgerechnet Chanels Duftikone No. 5 kam beispielsweise ein hoher Schadstoffanteil von über 100 bedenklichen Substanzen 2013 teuer zu stehen. Damals verbannte die EU den Parfümklassiker auf die Blacklist. Doch geht tatsächlich von allen Produkten eine ernstzunehmende Gefahr aus? Und welche Rolle spielt eigentlich der Preis?

Die Inhaltsstoffe auf den Prüfstand stellen

So betörend ein Duft auch sein mag, vor dem Kauf empfiehlt sich stets ein prüfender Blick auf die Inhaltsstoffe. Besondere Vorsicht ist bei Aldehyd geboten. Eng mit dem hoch-karzinogenen Formaldehyd verwandt und bekannt für seinen aggressiven Geruch in Nagellacken wird auch Aldehyd eine krebserregende Wirkung nachgesagt. Hellhörig werden sollte der Kunde zudem auch bei Moschus. Die synthetische Substanz ist für ihren Einfluss auf das Hormonsystem bekannt, der Unfruchtbarkeit sowie Krebserkrankungen wie Brust-; Gebärmutter- und Hodenkrebs hervorrufen kann. Vereinzelte Nitro-Moschusmischungen werden von der EU sogar gänzlich aus dem Handel genommen. Außer auf Aldehyd und Moschus sollten Verbraucher auch auf Neurotoxine verzichten, die bei übermäßigem Kontakt das Nervengewebe schädigen können. Und wer unter entsprechenden Allergien leidet, der sollte um Lyral, Atranol und Chloratranol einen Bogen machen, die allesamt in Kosmetika nicht mehr verwendet werden sollten. Um sich vor allergischen Reaktionen wie Hautirritationen und Atemnot zu schützen, genügt oft schon ein kritischer Blick auf die Produktdetails.

Preis als Qualitätsmarker

Günstige Duftgemische schonen zwar den Geldbeutel, belasten dafür aber die Gesundheit. Auch wenn vereinzelt Markenparfüms betroffen waren, so verursachen sogenannte Billig-Parfüms deutlich häufiger unangenehme Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel als ihre hochwertigen Pendants. Grund für die Nebenwirkungen ist meist die künstliche Streckung mit Alkohol und günstigen chemischen Substanzen. Abgesehen von den körperlichen Bedenken lässt auch die Wirkung zu wünschen übrig. Anders als bei hochpreisigen Produkten verflüchtigt sich der Duft innerhalb von wenigen Stunden. Es muss also häufiger nachgesprüht werden. Zeugt ein Parfüm jedoch von solider stofflicher Qualität, hält die Duftwirkung oftmals den ganzen Tag an. Regelmäßiges Auffrischen ist dann kaum nötig. Und je seltener das Produkt mit der Haut in Berührung kommt, desto geringer das gesundheitliche Risiko. Nebenbei bestechen Designerparfüms wie solche von Narciso Rodriguez meist auch mit einer blumig sinnlichen Note – der oft beißende, für günstige Parfüms typische Abgang bleibt aus. Beim Kauf eines Parfüms sollte man also nicht nur auf einen überzeugenden Duft achten, sondern auch auf gesundheitsverträgliche Inhaltsstoffe. Bildrechte: Flickr Parfume secret Ed Ivanushkin CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten