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Nach 60 Jahren Feindschaft: USA und Kuba beschließen politische und wirtschaftliche Annäherung

Die Zeit des Kalten Krieges ist vorbei. Daher ist es nur folgerichtig, dass nach vielen Jahrzehnten gegenseitigen Misstrauens und eines Wirtschaftsembargos die USA und Kuba wieder diplomatisch Beziehung zueinander knüpfen.

Kuba – das steht für edle Stumpen und guten Rum. Aber auch für Sozialismus und den Kalten Krieg. Letzerer soll nun endgültig vorbei sein: US-Präsident Obama und Raul Castro, Staatsoberhaupt von Kuba, haben sich auf eine politische und wirtschaftliche Annäherung der beiden Staaten geeinigt. Im Rahmen des Amerikagipfels in Panama trafen die Staatsoberhäupter der USA und Kubas erstmals seit fast 60 Jahren offiziell aufeinander. "Der Kalte Krieg ist vorbei. Kuba ist keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten", sagte US-Präsident Barack Obama in Panama-Stadt. Die beiden Staaten hatten bereits im Dezember 2014 nach anderthalbjährigen Geheimverhandlungen eine grundlegende Neuausrichtung ihrer Beziehungen angekündigt, um die jahrzehntelange Feindschaft zu überwinden und ihr Verhältnis zu normalisieren.

Nach Angaben des Weißen Hauses nehmen beide Länder Verhandlungen über die Wiederaufnahme von vollen diplomatischen Beziehungen auf. Die US-Regierung plant demnach die Eröffnung einer Botschaft in Havanna. Außerdem möchte Barack Obama das seit Jahrzehnten bestehende Wirtschafts- und Handelsembargo gegen Kuba an mehreren Punkten lockern. "Wir wollen ein Partner Kubas werden", stellte der Präsident klar. Einen großen Schritt ist die US-Regierung bereits gegangen. Denn die Vereinigten Staaten haben Kuba nach 33 Jahren von ihrer Terrorliste gestrichen, auf der sich derzeit noch der Iran, Syrien und der Sudan befinden. Kuba war 1982 auf die Liste gesetzt worden, weil es "bewaffnete Revolutionen" und terroristisch agierende Gruppen gefördert habe.

Der Regierung Kubas wurde vorgeworfen, Mitgliedern der baskischen Untergrundorganisation ETA und der kolumbianischen Guerillagruppe FARC Unterschlupf zu gewähren. Aus diesem Grund wurde Kuba von Waffenlieferungen und Wirtschaftshilfen ausgeschlossen. Die wirtschaftliche Annäherung geht nun ebenfalls in großen Schritten voran. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo besuchte mit einer Delegation aus US-Geschäftsleuten kürzlich den Inselstaat vor der Küste Floridas. Zahlreiche US-Firmen haben nach der im Dezember eingeleiteten Annäherung ihr Interesse für die Karibikinsel bekundet. Zuletzt hatte das Online-Wohnungsportal Airbnb Kuba in ihr Angebot aufgenommen.