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Mein liebes Dieselchen!

Mein liebes Dieselchen!
Viele sagen, es bleibe dennoch ein Meisterwerk: der Dieselmotor. Foto:antic/ fotolia.com
Kreis Viersen. Ich hatte es gut gemeint, mein Dieselchen, aber jetzt bin ich einfach nur ratlos. Natürlich kannst du bei mir bleiben, meine kleine „black pearl“. Mehr kannst du aber nicht erwarten. Siehst zwar noch ganz gut aus, bist aber kaum noch was wert. In den Schrott schicke ich dich deshalb dennoch nicht. Von Ulrich Rentzsch

Wie so oft bringt es das Kabarett auf den Punkt. Kaufe ich ein Meerschweinchen und stelle fest, dass es doch eine tote Ratte ist, gehe ich ins Geschäft zurück, bekomme entweder mein Geld zurück oder wirklich ein Meerschweinchen. Das nenne man „Umtausch“, meint heute-show-Moderator Oliver Welke. Muss ich aber noch einmal zahlen und habe stattdessen eine tote Katze in der Hand, sei das ... „Beschiss“.

Das ist natürlich zum Totlachen. Ändern wird sich nach dem Sketch nichts. Und ganz persönlich: Ein neues Auto werde ich mir nicht leisten, schon, weil mir niemand sagen will, was dann aus dem Auspuff qualmt. Ich habe deshalb überlegt, ob ich dich, du Kangoo Diesel, solange fahre, bis du wirklich nicht mehr rollst. Oder wirklich nicht mehr rollen darfst.

Denn die Fahrverbote für dich werden doch zunehmen, oder? Wo, wann und wie lange, auf diese Fragen machte mich das Autohaus Schouren in Bracht aufmerksam. Das stehe alles noch gar nicht fest. „Durchatmen und vor allem nicht verrückt machen lassen“, empfiehlt Bernd Schouren.

Wenn die Werte auf der Düsseldorfer Corneliusstraße wieder unter die Marke fallen, darf man dann wieder fahren?

Mein liebes Dieselchen, soll ich mit dir nur noch rollen, wenn es etwas Schweres zu schleppen gilt? Ansonsten könnte ich auf Bus & Bahn & Rad umsteigen. Ein ÖPNV-Monatsticket zum Schnuppern habe ich schon bestellt. Und wenn ich ganz viele Nachahmer finde, werden auch die Grenzwerte, egal wo, nicht mehr überschritten.

Sauer auf die Autobauer darf ich dennoch sein. Und auf die Politik auch. Da ist ganz viel Vertrauen verloren gegangen. Und wenn erst jemand erkennt, wie schädlich Benzinmotoren für die Umwelt sind – Mannomann! Und die vielen Flugreisen. Und die Tanker auf See. Und ...

(Report Anzeigenblatt)