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Landrat Coenen sieht keine Notwendigkeit für Moderator

Kaldenkirchen/ Kreis Viersen. Die Nettetaler Bürgerinitiative (BI) "VeNeTe – so nicht!" begrüßte den Vorschlag von Nettetals Bürgermeister Christian Wagner, in der Debatte um das geplante Wertstoff- und Logistikzentrum im Gewerbegebiet VeNeTe einen neutralen, externen Vermittler einzusetzen. Die BI ging davon aus, dass sowohl die Stadtwerke Krefeld (Muttergesellschaft der EGN) und der Kreis Viersen diesem Vorschlag zustimmen werden. In den Gesprächen sei der BI bereits von beiden Seiten versichert worden, dass man die Option die Abfälle weiterhin in Süchteln umzuladen, ergebnisoffen prüfen werde. "Da in einigen Punkten die Fronten jedoch verhärtet zu sein scheinen, kann ein externer Berater in der Lösungsfindung nur hilfreich sein und endlich für die von der BI geforderte Transparenz im Verfahren sorgen", teilte Claus Albrecht, Sprecher der BI mit. Von Uli Rentzsch

Die EGN hatte dem Kreis Viersen unlängst angeboten, Teile der Anlage in Viersen-Süchteln zu pachten. "Sollte die Prüfung des Angebotes durch den Kreis Viersen ergeben, dass die Abfälle weiter in der bestehenden Anlage in Viersen-Süchteln umgeladen werden können, wäre der Bau einer weiteren Umladestation in Nettetal überflüssig", zog Claus Albrecht ein Fazit.

Inzwischen hat Landrat Dr. Andreas Coenen aber betont, dass er nichts davon halte, bei den Gesprächen über die Anpachtung von Teilen der EGN-Umladestation in Viersen-Süchteln einen externen Vermittler einzusetzen. Auf den entsprechenden Vorschlag des Nettetaler Bürgermeisters Christian Wagner reagierte Coenen mit Unverständnis: "Es geht hier um Vergaberecht. Was Recht und Gesetz entspricht, kann und darf nicht in einem Moderationsverfahren ausgehandelt werden. Das habe ich Herrn Wagner bereits in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt."

Ebenfalls mit Unverständnis reagierte die Bürgerinitiative auf das Interview mit Hajo Siemes und Bruno Schmitz (beide von der Nettetaler Wählergemeinschaft WIN), das im Extra-Tipp am 4. März erschienen war. "Den Inhalt des Interviews wollen wir nicht kommentieren", sagte Claus Albrecht.

Der Betriebsausschuss des Kreises votierte am vergangenen Dienstag einstimmig dafür, das Projekt WLZ am Kaldenkirchener Standort ohne Zeitverzögerung fortzusetzen, beauftragte die Betriebsleitung des ABV aber auf zu prüfen, ob eine Pacht der Umschlaganlage in Süchteln unter entsprechender Umsetzung des Kreistagsbeschlusses vom 10. Dezember 2015 möglich sei.

Andreas Budde, Betriebsleiter des Abfallbetriebs Viersen (ABV) hatte vor der Beschlussfassung die bisherige Kommunikation mit der EGN beschrieben. "Das ist unerträglich, wie die EGN mit einem Vertragspartner umspringt", kommentierte René Hessen von Bündnis90/ Die Grünen.

(Report Anzeigenblatt)