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Karneval: Nicht alle feierten friedlich

Karneval: Nicht alle feierten friedlich
Richtig viel los war am Rosenmontag in Dülken - leider hatte aber auch die Polizei jede Menge zu tun. FOTO: Andreas Baum
Die Polizei im Kreis Viersen zieht eine bittere Bilanz nach den Karnevalszügen am Tulpensonntag und Rosenmontag. Vor allem in Dülken hatte sie jede Menge zu tun - besonders mit stark alkoholisierten und randalierenden Jugendlichen. Von der Redaktion

Kreis Viersen (due).

Bei Weitem nicht so zufrieden wie im vergangenen Jahr war die Polizei mit dem Verhalten der Jecken an den Karnevalstagen. Ein großer Teil der Feiernden hielt sich zwar wie in den letzten Jahren an die Vorgaben der Ordnungsbehörden und versuchte einfach nur Spaß an den tollen Tagen zu haben, aber viele andere nutzten die Umzüge und Feierlichkeiten für sinnlose „Besäufnisse“.

Auffällig war besonders die große Zahl der stark alkoholisierten Jugendlichen. Auch die Respektlosigkeit und Aggressivität gegenüber den eingesetzten Sicherheits- und Rettungskräften erreichte laut Polizei „ein nicht mehr tolerables Maß“.

Mehrfach straffällig

Ein Beispiel hierfür ist ein 17-jähriger Süchtelner, der der Polizei wiederholt auffiel. Bereits am Altweiberdonnerstag mussten die Beamten ihm in Dülken einen Teleskopschlagstock abnehmen. Am Sonntagabend war er Mitglied einer Gruppe, die im Bereich des Busbahnhofs durch Beleidigungen auf sexueller Basis und Sachbeschädigungen auffiel.

Kurz davor hatte er bereits trotz eingehender Ansprache seitens der Polizei auf der Hauptstraße einen 15-jährigen Viersener in eine Schaufensterscheibe geschubst, der sich hierbei leicht verletzte. Die Häufung dieser Straftaten führte letztlich dazu, dass er auf richterlichen Beschluss bis zum Ende des Veilchendienstagszug in Mönchengladbach in Polizeigewahrsam verbleiben musste.

Zwei andere Tatverdächtige konnten nach einem Raubdelikt auf der Lange Straße ebenfalls festgenommen werden. Die beiden 17 und 18 Jahre alten jungen Männer hatten zwei 16-Jährige mit den Worten „Gib mir Zigaretten, sonst stechen wir Dich ab“ um Bargeld und Zigaretten erleichtert. Am Abend holte dann schließlich eine Mutter ihren 15-jährigen Sohn, der zuvor in den Gefangenentransportwagen uriniert hatte, auf der Wache in Viersen ab.

„Besonders bemerkenswert war die Aggressivität, die den Einsatzkräften aus Reihen der männlichen Jugendlichen von 15 bis 20 Jahren entgegengebracht wurde. Bedenklich stimmt hier die hohe Anzahl von Jugendlichen, die Ziel und Maß beim Alkoholkonsum verloren haben“, so Einsatzleiter Polizeidirektor Hubert Vitt.

„Wir werden prüfen müssen, ob wir in den nächsten Jahren unser bislang erfolgreiches Konzept der größtmöglichen Toleranz beibehalten können. Es wurde in diesem Jahr zu oft ausgenutzt“, so Vitt weiter. Auch am Tulpensonntag kam es nach dem Zug in Viersen noch zu einigen Schlägereien und die Polizei musste mehrere Personen zur Verhinderung von Straftaten oder aufgrund ihres Alkoholpegels in Gewahrsam nehmen.

In Niederkrüchten wurde ein Feuerwehrmann von einem Pkw verletzt, dessen Fahrer die Absperrung während des Karnevalsumzuges ignorierte und dabei dem Feuerwehrmann über den Fuß fuhr. Er schleifte ihn noch mehrere Meter mit. Glücklicherweise blieb es hier bei leichten Verletzungen.

In Viersen auf der Gladbacher Straße wurden Rettungskräfte mit Böllern beworfen, auf der Heimbach/ Remigiusstraße griff ein alkoholisierter Randalierer das Zugbegleitpersonal an. Ein Karnevalist verletzte sich auf der Hauptstraße schwer, als er in die Scherben einer Bierflasche stürzte. Er musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

(StadtSpiegel)