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Geld sparen: Was bringen die klassischen Optionen?

Deutschland ist das "Land der Sparer"? Das stimmt nicht ganz. Zwar halten wir in Deutschland nach wie vor unser Geld gerne zusammen, doch laut einer aktuellen Studie gibt es je nach Region Schwankungen bei der Sparfreudigkeit. Doch welche klassischen Sparmöglichkeiten gibt es überhaupt noch?

Bargeld: Der Spatz in der Hand

Viele Menschen scheinen nach wie vor der Meinung zu sein, dass sich das Horten von Bargeld allein deshalb lohnt, um "jederzeit etwas in der Hand" zu haben. Das Problem mit dem traditionellen Sparschwein oder Geld unterm Kopfkissen ist jedoch, dass die Inflation den Geldwert auf unseren Konten, aber auch den des ausgezahlten Bargelds drastisch verringern kann. Neben den schwer vorauszuberechnenden Wirtschafts- oder Bankenkrisen kommt bei Bargeld auch ein erhöhtes Verlustrisiko durch Einbruch und Diebstahl hinzu – sofern die eigenen Barmittel zuhause nicht angemessen gesichert sind, etwa durch einen robusten Safe. Alles in allem also eine sehr risikoreiche und eher veraltete Sparmaßnahme.

Sparkonto: Die klassische Variante

Wer es konservativ mag, der hält sich an das "gute" alte Sparbuch. Schon als Kind lernt man, meist mit jedem jährlich wiederkehrenden "Weltspartag", ein eigenes Sparkonto zu verwalten, frei nach dem Motto: Lieber regelmäßig kleine Summen beiseitelegen, um für große Dinge im Leben zu sparen. Doch die Summen, die auf ein Sparbuch eingezahlt werden, wachsen oftmals nur in geringem Maße an. Das liegt daran, dass Sparbücher meist sehr niedrig verzinst sind und praktisch kaum Rendite erzielen. Auch bei flexibler zugänglichen Tagesgeld- oder zeitlich begrenzten Festgeldkonten liegen Zinssätze teilweise so niedrig, dass Sparen kaum Mehrwert generiert. Sparkonten sind also eher eine nostalgische Art, das eigene Geld zu "parken" und sollten als Anlageformen genau überprüft werden.

Bausparvertrag: Sparmaßname, die sich lohnen kann

Das Bauspardarlehen zur Finanzierung von Wohneigentum ist unter den Krediten immer noch gängig. Es hat einen klaren Vorteil: Für den Bausparvertrag kann man (auf Antrag) über vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers einen Zuschuss erhalten. Dieser wird über 6 Jahre ohne Zugriff des Arbeitnehmers eingezahlt und kann ein Jahr später ausgezahlt werden. Wichtig zu beachten: Vom gewährten Zuschuss sind Sozialabgaben und Steuern abzuziehen. Förderbar sind jedoch nicht nur Bauspardarlehen, sondern auch Aktienfondssparpläne oder Baukredittilgungen. Auch staatliche Förderungen sind beim Bausparen möglich. "Geldgeschenke" wie diese können sich in den meisten Fällen für Arbeitgeber lohnen.

Staatsanleihen: "Garantiert" und zeitlich begrenzt

Konservative Sparer haben auch die Möglichkeit, ihr Geld in Staatsanleihen anzulegen. Hierbei kaufen sie Wertpapiere eines Landes (zum Beispiel der Bundesrepublik Deutschland). Mit dem gewonnenen Kapital aus Anleihen können diese staatliche Projekte finanzieren. Somit wird der Sparer zum Gläubiger des Landes, indem er ihm Geld "leiht". Das Praktische dabei: Laufzeit, Zinshöhe und Art der Rückzahlung sind im Vorhinein festgelegt. Somit bleiben sie stets überschaubar und relativ sicher, denn es wird zu festen Konditionen gespart. Der mögliche Nachteil: Je nach Bonität des jeweiligen Staates kann die Zahlungsfähigkeit schwinden und sich somit auch das Anlagerisiko erhöhen. Deutschland gilt jedoch aktuell als sehr kreditwürdig. Für risikofreudigere Sparer gibt es auch die Möglichkeit, Geld in Aktien oder Investmentfonds anzulegen, bei denen die Renditechancen hoch, das Risiko aber ebenfalls sehr groß sein kann. Hier braucht man fundiertes Fachwissen, gute Beratung oder schlicht ein gutes Gespür für Einkauf und Verkauf von Wertpapieren. Wer lediglich Geld beiseitelegen will, hat mit den klassischen Sparvarianten jedoch nach wie vor vielfältige Optionen.
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