| 08.52 Uhr

Frei, fair, offen, digital

Frei, fair, offen, digital
Ruhe und Entspannung findet Dietmar Brockes (FDP) im Brachter Depot, direkt vor seiner Haustüre. FOTO: Björn Rudakowski
Bracht. Der 46-jährige Dietmar Brockes sammelte schon früh seine ersten politischen Lorbeeren. Mit 20 Jahren war er bereits sachkundiger Bürger der FDP für den Brüggener Rat, und von 1994 bis 1997 bekleidete Brockes das Amt des Vorsitzenden der Jungen Liberalen im Kreis Viersen. Von der Redaktion

Politisch hat der gebürtige Brachter schon viele Höhen und Tiefen seiner Partei miterlebt. Der Einzug in den Landtag in NRW, mit 12,6 Prozent, hat Brockes nicht überrascht, weil seine Partei für einen demokratischen Rechtsstaat und eine liberale Gesellschaft in Deutschland eintritt.

Herr Brockes, Sie gehören seit 2000, also 17 Jahre, dem Landtag in NRW an. Ihre Partei ist bereits zum siebten Mal in NRW an der Regierungsbildung beteiligt. Was wird im Koalitionsvertrag mit der CDU die Handschrift Ihrer Partei tragen?

Dietmar Brockes:

Das Gemeinsame stand im Vordergrund, nicht das Trennende. Die Koalitionsverhandlungen von CDU und FDP waren von dem gemeinsamen Willen getragen, unser Land Nordrhein-Westfalen wieder nach vorne zu bringen. Die Gespräche waren wohltuend und davon geprägt, sich nicht gegenseitig auszuboten, sondern das Land wieder besser zu machen. Wir sind eine Modernisierungspartnerschaft eingegangen. Unser Ziel ist es, dass Nordrhein-Westfalen freier, fairer, digitaler und weltoffener wird. Dafür haben wir vor der Wahl geworben und das wollen wir jetzt auch so umsetzen.

Was wünschen Sie sich persönlich, sollte Ihre Partei und die Regierung in der kommenden Legislaturperiode in NRW auf den Weg bringen?

Wir müssen vor allem bei Wirtschaft, Bildung und der inneren Sicherheit besser werden! Die Wirtschaft muss dringend von unnötiger Bürokratie entlastet und die Verwaltungs- und Genehmigungsabläufe müssen viel schneller werden. Sowohl für die Mobilität, als auch für die Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung brauchen wir eine leistungsfähige Infrastruktur. Unsere Schulen müssen wieder gestärkt werden, damit jedes Kind nach seinen individuellen Fähigkeiten gefördert werden kann. Hierfür brauchen wir gut ausgestattete Schulen und mehr Lehrkräfte. Auch bei der inneren Sicherheit dürfen wir nicht länger sparen, so wie es Rot-Grün getan hat. Gerade im ländlichen Raum brauchen wir mehr Polizei auf der Straße.

Warum sollten sich junge Menschen parteipolitisch engagieren, und was tut Ihre Partei, um dies zu fördern?

Die FDP ist eine Mitmach-Partei! Jedes Mitglied hat die Möglichkeit sich mit seinen Themen und mit seiner Meinung einzubringen und dafür zu sorgen, dass die Welt um einen herum besser wird! Während andere nur kritisieren, kann man bei uns aktiv mitgestalten. Jedes Mitglied in NRW konnte zum Beispiel über den Koalitionsvertrag mit abstimmen. Wir kommunizieren sehr stark über die sozialen Medien, jeder kann dies verfolgen und mit diskutieren.

Mit Hinblick auf die Bundestagswahl, welchen Aufgaben muss sich eine zukünftige Bundesregierung stellen?

Unter CDU, CSU und SPD wurde Deutschland in den vergangenen Jahren nur noch verwaltet, aber nicht aktiv die Zukunft gestaltet. Die Herausforderungen die vor uns liegen sind jedoch so groß, dass wir nicht länger nur zuschauen dürfen, sonst fährt der Zug an uns vorüber. Wir, die Freien Demokraten, wollen deshalb Tempo machen und aktiv mitgestalten. Ob bei der Digitalisierung, dem Ausbau der gesamten Infrastruktur, einer besseren Bildung in ganz Deutschland, einem modernen Einwanderungsgesetz oder einem flexiblen Renteneintrittsalter. Denken wir neu und gestalten unsere Zukunft aktiv mit.

(StadtSpiegel)