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Für mehr Ausbildungsstellen

Für mehr Ausbildungsstellen
Martina Maaßen (MdL, B90/Grüne), Dietmar Brockes (MdL, FDP), Udo Schiefner (MdB, SPD) und Christian Pakusch (CDU, Büro Uwe Schummer, MdB, CDU) begleiteten Dirk Strangfeld, Vorsitzender Agentur für Arbeit Krefeld (Mitte), zum Restaurant De Wittsee - Koch Karl Kummer und Wahid Arghandiwal aus Afghanistan. FOTO: Christiane Samuel
Kreis Viersen. Bei einer organisierten Tour der Agentur für Arbeit Krefeld besuchten Viersener Landtags- und Bundestagsabgeordnete drei beispielhafte Betriebe im Kreis zum Thema Berufsausbildung. Der Extratipp war im Restaurant De Wittsee dabei. Von Christiane Samuel

Martina Maaßen (MdL, B90/Grüne), Dietmar Brockes (MdL, FDP), Udo Schiefner (MdB, SPD) und Christian Pakusch (CDU, Büroleiter bei Uwe Schummer, MdB, CDU) konnten sich bei drei Unternehmen im Kreisgebiet Einblicke zu ganz unterschiedlichen Themen verschaffen: bei der Firma Hubert Jöpen Forsttechnische Arbeiten (Schwalmtal) ging es um „Die Ausbildung zum Forstwirt – ein unbekannter Beruf“, im Restaurant De Wittsee (Nettetal-Leuth) um „Die Ausbildung von geflüchteten Menschen“ und bei der FastCon GmbH (Viersen-Dülken) um die „Ausbildung Fachlagerist/in“.

Dirk Strangfeld, Vorsitzender Agentur für Arbeit Krefeld, informierte außerdem noch zu den aktuellen Arbeits- und Ausbildungsmarktdaten aus Juni 2016 für Krefeld und den Kreis Viersen. „Es geht beim Ausbildungsmarkt zwar in die richtige Richtung, aber es wird auch noch einiges zu tun sein. Die Tour mit den Politikern soll informieren und für mehr Ausbildung werben, denn immer noch gibt es mehr Bewerber als Ausbildungsstellen: Das ist ein Thema über alle Parteigrenzen hinweg“, erklärt Dirk Strangfeld. Beispielhaft für das, was möglich ist, ist auch das Restaurant De Wittsee. Geschäftsführer und Koch Karl Kummer hat ab dem 1. August einen neuen Azubi: den vor fünf Jahren aus Afghanistan geflüchteten Wahid Arghandiwal (25). Bereits seit einem Jahr hilft er in der Küche und im Restaurant. „Ich bin mit dem Fahrrad hier vorbei gekommen, habe gesehen, dass gerade alles neu gemacht wird, und habe einfach gefragt, ob ich hier arbeiten kann“, erzählt der junge Afghane. Das Restaurant De Wittsee wurde am 1. Mai nach aufwendigen Renovierungsarbeiten neu eröffnet. „Wir hatten noch gar nicht aufgemacht, als er vorbeikam“, erzählt Karl Kummer. Erst in Deutschland sei er zum Kochen gekommen, erzählt Wahid Arghandiwal, der in Afghanistan die Schule besucht und einen Abschluss gemacht hat. „Ich hatte viele organisatorische Probleme hier nach meiner Ankunft in Deutschland, umso mehr freue ich mich, dass es nun endlich mit einer Ausbildung in meinem Traumberuf geklappt hat“, sagt er strahlend. Karl Kummer hat Wahid Arghandiwal bereits als zuverlässigen Mitarbeiter schätzen gelernt, mit dem es auch „menschlich sehr gut funktioniere“. Mittlerweile hat er in Deutschland einen Bleibestatus erhalten, nach Afghanistan kann er auch wegen seiner Konvertierung zum christlichen Glauben nicht mehr zurück. „Ich bin sehr froh, Wahid nun ganz folgerichtig die Ausbildungsstelle im Restaurant De Wittsee anbieten zu können, denn er möchte unbedingt als Koch arbeiten und hat an diesem Beruf jede Menge Spaß – das sind für mich die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildungszeit“, sagt Karl Kummer.

(Report Anzeigenblatt)