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Für die Sicherheit der Kinder

Für die Sicherheit der Kinder
In Viersen passieren die meisten Unfälle mit Fahrradfahrenden Kindern. Symbol FOTO: Archiv/Heike Ahlen
Kreis Viersen. Der Kreis Viersen ist trauriger Spitzenreiter im Land, was die Zahl der Unfälle mit Rad fahrenden Kindern angeht. Die Initiative „Vorkids“ will das nun ändern. Von Heike Ahlen

Es ist ein trauriges Phänomen: Nirgendwo in NRW sind so viele Kinder mit dem Fahrrad in Unfälle verwickelt, wie im Kreis Viersen. Und egal, wie man Statistiken dazu betrachtet: Es gibt keinen Grund, der klar auf der Hand liegen würde, warum das so ist. Alles, was man als Argument anführen könnte – zum Beispiel, dass auf dem Land vielleicht mehr Kinder mit dem Rad unterwegs seien als in den Großstädten – würde auch auf andere Kreise zutreffen. Und längst nicht immer sind die jungen Radfahrer auch die Unfallverursacher. Wenn sie es sind, dann sind die Hauptursachen die Benutzung der falschen Straßenseite oder des Gehwegs, das Nicht-Beachten der Vorfahrt, Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr und Fehler beim Abbiegen. Aber genauso häufig sind es Autofahrer, die die Unfälle verursachen – und Autofahrer sollten sich nicht von denen in anderen Städten und Kreisen unterscheiden. Wenn sie Unfallverursacher sind, dann liegt es meist an Vorfahrtsmissachtungen oder Abbiegefehlern.

„Vorkids“ steht für „Viersener Sicherheits-Offensive Rad fahrender Kinder im Straßenverkehr“. Dieses Projekt hat Landrat Dr. Andreas Coenen im Frühjahr ins Leben gerufen. Es entstand in Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Viersen, der Kreisverkehrswacht Viersen und der Deutschen Hochschule der Polizei. Seit März sind bereits die bisherigen Unfälle mit Rad fahrenden Kindern wissenschaftlich ausgewertet worden.

Jetzt ist aber dringend die Hilfe der Bevölkerung notwendig. Anfang September hat Landrat Coenen gemeinsam mit den Projektpartnern schon bei einer Veranstaltung in der Viersener Fußgängerzone das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. „Wir wollen die Straßen im Kreisgebiet für die radelnden Kinder sicherer machen“, sagte er.

Wie kann man helfen? Mit etwa zehn Minuten Zeit. Denn die Wissenschaftler haben einen Fragebogen ausgearbeitet, den jeder aus dem Kreis Viersen beantworten kann – ganz gleich, ob man persönlich schon einmal als Beteiligter oder Zeuge einen Unfall mit einem Rad fahrenden Kind erlebt hat, oder nicht.

Es geht vor allem um Einschätzungen und Wahrnehmungen. Was birgt das größere Unfallrisiko – mit einem nicht verkehrssicheren Fahrrad fahren, oder ohne auf den Verkehr zu achten eine Kreuzung zu überqueren? Da ist beim Ankreuzen das ganz persönliche Empfinden gefragt.

Außerdem geht es um die Frage, wer denn den Kindern Vorbild sein sollte – wer vielleicht auch Einfluss auf sie nehmen könnte? Ist das in erster Linie eine Aufgabe der Eltern? Der Polizei? Sollten sich Prominente einschalten? Und wenn ja – wer oder was ist denn für Kinder und Jugendliche prominent?

Den Fragebogen gibt es am einfachsten im Internet auf der Homepage der Polizei Viersen: viersen. polizei.nrw.de. Das Projekt „Vorkids“ steht auf der Startseite. Wer nicht online ausfüllen möchte oder kann, der darf auch in jede Polizeidienststelle gehen und bekommt den Fragebogen dort als Ausdruck.

Nur schnell sollte man sein: Die Beantwortung ist noch bis Freitag, 29. September möglich.

(Report Anzeigenblatt)