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Eine Tour – zwei Gründe

Eine Tour – zwei Gründe
Machen sich Ende April auf den Weg zum Nordkap (von links): Gregor Ingenhaag, Sigi Hochbein, Ros witha Schilden und Josef Herkenrath, im kleinen Foto Liesel Lotzmer-Jentges. FOTO: Radteam
Kreis Viersen. Natürlich wird ein Traum wahr: Mit dem Fahrrad vom Niederrhein zum Nordkap. Das ist nicht Jedermanns Sache, weil das Ziel nicht gerade vor der Haustür liegt. Es ist ein richtiges Abenteuer. Auf die 80-tägige Reise hat sich das fünfköpfige Team intensiv vorbereitet. Von Ulrich Rentzsch

Aber da ist noch ein zweiter, genauso wichtiger Aspekt für Gregor Ingenhaag, Sigi Hochbein, Ros witha Schilden, Josef Herkenrath und Liesel Lotzemer-Jentges. Die Fünf möchten Solidarität mit Menschen in benachteiligten Regionen der Welt zeigen. Zunächst suchte das Team Kontakt mit der Welthungerhilfe. Schließlich entschied man sich, ein Projekt zur beruflichen Bildung für Jugendliche. "Die Ausbildung afrikanischer Jugendlicher in ländlichen Regionen ist ein Schlüssel für Entwicklung, Wirtschaftswachstum und den Weg aus Hunger und Armut", ist auf der Homepage des Nordkap-Teams zu lesen (www. nordkap-team.de)

Inzwischen hat sich auch die Politik eingeschaltet. "Es freut mich sehr, dass dieses außerordentliche Engagement aus meinem Heimatkreis kommt. Ich unterstütze dieses Projekt gern", sagte Uwe Schummer MdB.

Konkret geht es um das Programm "Skill-up!". Jugendlichen soll die Chance gegeben werden, ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Ausbildungen in der Kfz- und Zweiradmechanik, Schweißtechnik oder im Friseur-, Tischlerei- und Töpferhandwerk werden gefördert. Unter dem Strich bedeutet das Hilfe zur Selbsthilfe. Und es bedeutet auch den Kampf gegen Fluchtursachen, weil Jugendliche bessere Chancen sehen, wenn sie in ihrem Heimatland bleiben. Denn in diesem Projekt geht es um Jugendliche in Sierra Leone, Uganda, Kenia und Tadschikistan (www.welthungerhilfe.de/skill-up).

Zum Nordkap sind es mehr als stramme 3.100 Kilometer. Mit dem Auto braucht man rund 37 Stunden – wenn alles glatt geht. In 80 Tagen will das Nordkap-Team wieder zurück in der Heimat sein. Aber der Weg ist lang. Der Wind wird blasen, die Kälte wird den Weg in den Körper suchen. "Wir möchten der sommerlichen Mückenplage in Schweden und Finnland zuvorkommen", sagt Josef Herkenrath. Deshalb starte man schon Ende April, auch wenn dann mit Wetterkapriolen zu rechnen sei. Zur Seite steht dem Team ein Begleitfahrzeug, das Dietmar Schleef und Elisabeth Kleban steuern werden.

(Report Anzeigenblatt)