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Bienchen brummt nicht mehr

Bienchen brummt nicht mehr
Das Insektensterben geht uns alle an, weil die Insekten Grundlage unseres Ökosystems sind. Wir können helfen, indem wir unser Konsumverhalten überdenken und ändern. FOTO: pixabay
Kreis Viersen. Man merkt es, seit diesem Sommer extrem. Und jetzt ist es auch bestätigt. Forscher haben Daten gesammelt und ausgewertet – die Zahl der Fluginsekten in Deutschland ist um rund 75 Prozent zurückgegangen. Das Ergebnis ist erschreckend. Doch was können wir alle dagegen tun? Wir haben nachgefragt. Von Claudia Ohmer

Ist Ihnen nicht auch schon aufgefallen, dass die Autoscheiben nicht mehr so wie früher zugekleistert sind mit Insektenleibern? Das mag daran liegen, dass es einen drastischen Schwund (75 Prozent in 27 Jahren) in der Insektenwelt gibt - das stellt eine neue Studie heraus, die in „PLoS One“ erschienen ist.

„Die Gründe für den Rückgang der Insekten sind vielfältig“, stellt Sandra Joppen-Hellwig, Sprecherin des „NABU Krefeld/Viersen“, klar. Unstrittig sei, dass die niederrheinische Kulturlandschaft stark verarmt sei und viele Lebensraumelemente verschwunden seien (blühende Wiesen, Hecken, breite Weg- und Feldsäume, Ackerwildkräuter, et cetera). Damit ist den heimischen Insekten eine wichtige Nahrungsgrundlage entzogen. „Dies ist auch eine Folge der Überdüngung der Landschaft. Ebenso hat die Anwendung von Pestiziden und Düngemitteln zugenommen“, erklärt Joppen-Hellwig weiter.

Vorschnelle und einseitige Schuldzuweisungen in Richtung Landwirtschaft seien nicht zielführend, betont Paul-Christiane Küskens, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen mit Blick auf die aktuell veröffentlichte Studie über das Insektensterben. „Dieses ist ein multifaktorielles Geschehen, es hat mehrere Ursachen“, sagt Küskens. Auch die Landwirtschaft habe ein großes Interesse an ausgewogenen Insektenbeständen und der Selbstregulation der Natur.

Der „BUND Stadt und Kreis Viersen“ ist für ein drastisches Umdenken in allen Köpfen.

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(StadtSpiegel)