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Ältere müssen profitieren

Ältere müssen profitieren
Jörg Schneider, Geschäftsführer des Nettetaler Krankenhauses (l.) und Pflegedienstleiter Norbert Peffer informierten Dr. Bettina Rademacher-Bensing, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, über die Beschäftigungssituation älterer Menschen. FOTO: Uli Rentzsch
Kreis Viersen. Um die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt im Kreis Viersen zu präsentieren, hatte sich die Agentur für Arbeit Krefeld im Städtischen Krankenhaus Nettetal angemeldet. Im Fokus standen dabei auch die Beschäftigungszahlen älterer Mitmenschen. Von Ulrich Rentzsch

Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Krefeld, Dr. Bettina Rademacher-Bensing, durfte gute Zahlen nennen. Nehme man beispielsweise das Jahr 2013 zur Grundlage, hätten sich in allen Bereichen deutliche Verbesserungen der Beschäftigungslage ergeben. Nur in einem Punkt nicht: Von der positiven Entwicklung profitieren Menschen ab dem 50. Lebensjahr nicht. Seit 2013 habe es sogar einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei älteren Menschen gegeben.

Dies sei unbefriedigend, betonte Dr. Rademacher-Bensing, „gerade unter der Gruppe der arbeitslos gemeldeten älteren Menschen ist das Qualifikationsniveau hoch, es liegt reichlich Berufserfahrung und somit Know-how vor.“ Vorbehalte der Arbeitgeber müssten also abgebaut werden.

Das Thema sei am Städtischen Krankenhaus in Nettetal eine Herzensangelegenheit, betonte Geschäftsführer Jörg Schneider: „Die Altersfrage spielt bei Neueinstellungen keine Rolle.“

Konkrete Zahlen nannte Personalleiter Rainer Boerenkamp „Von unseren derzeit 562 Mitarbeitern sind 257 über 50 Jahre alt.“ Im Januar habe man 16 neue Kräfte eingestellt, vier davon seien ebenfalls über 50 Jahre. Aktuell liege der Altersdurchschnitt aller Mitarbeiter bei 44,3 Jahre, was auch ein Beweis dafür sei, dass die Mitarbeiter lange Jahre an das Krankenhaus gebunden sein wollen. „Und es zeigt, wie wichtig diese Personengruppe für uns als Betrieb ist“, ergänzte Jörg Schneider.

Pflegedienstleiter Norbert Peffer erkannte aufgrund dieser Lage aber auch Aufgaben, die langfristig auf Arbeitgeber wie das Krankenhaus hinzukämen: „Wir müssen die Arbeitsplätze altersgerecht ausstatten, sprich qualitativ verbessern, und wir müssen uns um den Nachwuchs kümmern, wenn die älteren Mitarbeiter aus dem Beruf ausscheiden.“ Längst habe man im Krankenhaus elektrisch höhenverstellbare Betten in Betrieb, um beispielsweise den Rücken und damit die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten. „Wir profitieren doch davon, wenn unsere Mitarbeiter fit sind“, sagte er. Fatal dagegen sei, dass der Arbeitsmarkt in der Pflege derzeit wie leer gefegt sei. „Dabei wollen wir gerne neue Kräfte einstellen“, betonte Norbert Peffer.

Ein Steuerelement, mit dem Unternehmen mit der Agentur für Arbeit gut zusammenwirken können, ist das Qualifizierungschancengesetz. In früherer Zeit seien Programme oder Projekte jeweils zeitlich begrenzt gewesen, jetzt habe man eine auch für die Zukunft sichere Grundlage geschaffen, erklärte Dr. Rademacher-Bensing. Arbeitnehmer sollen gefördert werden und so gute Chancen haben, dem Arbeitsmarktwandel zu widerstehen. Weiter entwickeln, mitgehen, Veränderungen verstehen und akzeptieren, das seien hier wichtige Stichworte. „Wie können wir das gesamte Potenzial eines Arbeitnehmers oder Arbeitgebers nutzen? Diese Frage wollen wir beantworten“, sagte Dr. Rademacher-Bensing, „wir können beraten und stellen auch den finanziellen Rahmen vor.“

Unternehmen erhalten weitere Informationen unter der gebührenfreie Servicenummer 0800/ 455 5520.

(Report Anzeigenblatt)