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Stadtgespräch
„Immer neue Herausforderungen“
Bernd Pastors in seinem Büro in Vorst. Von hier aus koordiniert er die weltweiten Projekte von action medeor. Foto: mh
Kreis Viersen. Am 1. Juli 1985 fing er als Pressereferent an. Seit 2004 ist Bernd Pastors, in Viersen geboren, geschäftsführender Vorstand des Tönisvorster  Medikamentenhilfswerks action medeor und für die Koordination der weltweit arbeitenden Hilfsorganisation verantwortlich. Nun feierte er im Kreise seiner Mitarbeiter sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Im Interview mit dem StadtSpiegel spricht er über seine Tätigkeit.
Herr Pastors, mit welchen Gedanken blicken Sie auf die vergangenen 25 Jahre zurück?
Für mich war und ist es nach wie vor eine sehr spannende und erfüllte Zeit bei medeor. Eigentlich wollte ich damals nur drei bis fünf Jahre bleiben, aber es kamen immer neue Herausforderungen und Projekte, die es zu bewältigen galt.

Wie hat sich medeor über die Jahre entwickelt?
Wir haben medeor vom reinen Medikamentenversender zu einem internationalen Hilfswerk mit eigenen Projekten ausgebaut. Neben der Katastrophenhilfe steht der Kampf gegen Aids und Malaria im Vordergrund. Wir bieten – deutschlandweit einzigartig – eine eigene pharmazeutische Fachberatung in Entwicklungsländern an und bilden beispielsweise Apotheker aus. Ziel ist es, eine ausreichende Medikamentenherstellung vor Ort zu gewährleisten.  

Sie waren vor kurzem in Haiti. Welche Eindrücke haben sie mitgebracht?
Die Situation im Erdbebengebiet war sehr bedrückend. Die Menschen sind traumatisiert, haben aber dennoch ihren Lebensmut nicht verloren. Allerdings steht ihnen durch die bevorstehende Wirbelsturm-Saison neues Leid bevor. Ziel von medeor ist es, den Menschen durch unsere Gesundheitsprojekte einen dauerhaften Zugang zu Medikamenten zu ermöglichen. Das wird allerdings noch sehr lange dauern. Unsere Hilfsprojekte sind entsprechend angelegt.

Nimmt Sie das Leid der Menschen persönlich mit?
Natürlich geht dies nicht spurlos vorüber, und es wird einem klar, auf welcher Insel der Glückseligkeit wir hier leben. Man weiß das Leben dadurch sehr zu schätzen. Andererseits ist dies auch eine Motivation, die Hilfen weiter voranzutreiben und zu verbessern.

Welche Aufgaben haben Sie als Vorstand?
Ich würde mich als Dirigent eines großen Orchesters bezeichnen. Es müssen unheimlich viele Dinge organisiert werden, wie die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen. Es gibt zahlreiche Netzwerke, in denen medeor vertreten ist. Zum anderen bin ich sehr häufig in Berlin und halte Kontakt zur Politik und zu den Ministerien.

Was zeichnet die Arbeit von medeor aus?
medeor hat sich in den vergangenen Jahren toll entwickelt. Das Erfolgsrezept ist das hervorragende Miteinander von Ehrenamt und hauptamtlich Beschäftigten. Die Mitarbeiter zeichnen sich durch sehr hohes soziales Engagement aus.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Die Verbesserung der lokalen Medikamentenversorgung in den betroffenen Ländern und eine erfolgreiche Langzeithilfe für Haiti. Großer Dank gilt natürlich den vielen großzügigen Spendern, ohne die eine solch erfolgreiche Arbeit von medeor gar nicht möglich wäre.
Interview: Markus Hoffmann


Info Bernd Pastors
Jahrgang 1956,
geboren in Viersen,
gelernter Bankkaufmann,
verheiratet, zwei Söhne

Info action medeor
Das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk action medeor e.V. wurde 1964 gegründet
Ziel: bedürftige Menschen in den Entwicklungsländern mit Basismedikamenten und medizinischem Equipment versorgen
Heute ist action medeor das größte europäische Medikamenten- Hilfswerk, versorgt in Zusammenarbeit mit einheimischen Partnern rund 10.000 Gesundheitsstationen in 140 Ländern der Erde
Botschafterin ist seit 2003 Anke Engelke

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