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Was ist ein Schlaganfall?
Michael Weber (Physiotherapeut NetteVital) mit einem Schlaganfall-Patienten.
Nettetal (co). Der 1. Nettetaler Schlaganfalltag im Städtischen Krankenhaus Nettetal war ein voller Erfolg. Rund 140 Betroffene, Angehörige und Interessierte informierten sich über zahlreiche Möglichkeiten in der Therapie. Die Verzahnung der einzelnen Disziplinen wie beispielsweise Innere Medizin, Physiotherapie und Psychologie ist bei Schlaganfallpatienten grundlegend für eine optimale und individuell abgestimmte Behandlung.

Bei unserem Experten-Telefon, das wir in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Nettetal durchgeführt haben, gab es von Dr. med. Michael Pauw (Chefarzt Innere Medizin, Krankenhaus Nettetal), Dr. Helga Wolter (Geschäftsführerin Psychologisches Institut am Niederrhein (PIN)) und Michael Weber (Physiotherapeut NetteVital) Antworten zu Ihren Fragen.
Hier die häufigsten Fragen und Antworten für diejenigen, die nicht die Möglichkeit hatten, anzurufen:

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall entsteht, wenn die Durchblutung des Gehirns aufgrund von „verstopfter“ oder „geplatzter“ Blutgefäße (Arterien). Daraus folgt eine Minderversorgung der Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen, wodurch wichtige Funktionen des Gehirns ausfallen können.

Wie kann man einen Schlaganfall erkennen?

Für Laien ist das schwierig. Der Schlaganfall kann sich durch viele Symptome äußern, das ist abhängig von der betroffenen Hirnregion. Die bekannteste klassische ist die halbseitige Lähmung. Weitere Symptomen können Seh-, Gefühls- und Sprachstörungen sein. Aber auch ein Blickfeldausfall, Denkstörung und Schwindel ist möglich. Der Schlaganfall tut in der Regel nicht weh.
Bei Auftreten von Symptomen, was ist zu tun?
Das Wesentliche ist, keine Zeit zu verlieren. Denn nur innerhalb der ersten drei Stunden nach Auftreten der ersten Symptome kann ein Verfahren, die so genannte Thrombolyse, durchgeführt werden. Vorher muss von Experten untersucht werden, ob es ein Schlaganfall oder eine vorübergehende Durchblutungsstörung und was der  Grund dafür ist. Bei schlagartig auftretenden Symptomen sofort reagieren und die Notrufnummer 112 alamieren.

Was die Risikofaktoren?

Bluthochdruck ist der stärkste kontrollierbare Risikofaktor für den Schlaganfall. Die Hypertonie zählt ebenso wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel, erhöhte Blutfette und Diabetes mellitus zu den Risikofaktoren. Deswegen ist es wichtig den Blutdruck unter medizinischer Kontrolle mit Hilfe von verträglichen Medikamenten gut einzustellen. Ein Blutdruck von 140/85 ist normal. Ein Wert von 160/90 erhöht das Schlaganfall-Risiko um bereits 40 Prozent.

Was sind therapeutische Verfahren nach einem Schlaganfall?

Mittels einer Computertomographie (CT) wird nach dem Hauptgrund für den Schlaganfall gesucht. Abhängig davon wird die weitere Therapie eingeleitet. Die erste Zeit verbringt der Patient in einer speziellen Station, der so genannten Stroke Unit („Schlaganfall-Einheit“). Später folgt ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik.

Welche Möglichkeiten gibt es bei der Physio-Therapie?

Es gibt spezielle Krankengymnastik für Schlaganfall-Patienten. Im Vordergrund steht die Arbeit an den Defekten, die Wiederherstellung des Gleichgewichts. Die Arbeit mit dem Patienten gestaltet sich alltagsbezogen. Geeignete Trainingsverfahren wie Bobath, Vojta und PNF zielen darauf ab, körperliche Funktionseinschränkungen so weit wie möglich rückgängig zu machen.

Wo setzt die psychologische Betreuung an?

Schon die Prävention  ist wichtig, um Risikofaktoren zu schmälern. Blutdruck und Stress liegen eng beieinander, es ist wichtig, wie man damit umgeht. Es gilt Entspannungs und auch Atemübungen zu trainieren, ein Helfernetzwerk zu organisieren, seine Lebensweise zu verändern. Nach einem Schlaganfall ist es wichtig zu erkennen, wie weit der Patient beeinträchtig ist. So kann man Betroffene auf ihre Fahrtauglichkeit prüfen und ihnen dadurch einen weiteren Schritt zurück in den Alltag zu ermöglichen. Die Betreuung beinhaltet, gemeinsam mit den Patienten Strategien entwickeln, wie sie Kompetenzen zurück gewinnen und mit den Einschränkungen besser zurechtkommen können.


INFO
Eine spezielle Schlaganfall-Sprechstunde gibt es bei NetteVital mittwochs um 15.40 Uhr.
Ein Online-Test und Infos sind unter www.schlaganfall-hilfe.de zu finden.

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