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Sport
Feiern und nachlegen
Der Moment des Glücks: Igor de Camargo ist schneller am Ball als Nationaltorwart Manuel Neuer und erzielt das goldene Tor in München. Foto: Dieter Wiechmann
M’gladbach (df). 16 Jahre hatten Borussias Fans auf diesen Erfolg warten müssen, überhaupt war es erst der zweite Sieg in München in der Vereinsgeschichte des VfL – er war schon ein denkwürdiger Tag, der vergangene Sonntag. Rund 10.000 mitgereiste Borussen-Anhänger feierten ihre Mannschaft noch lange nach dem Abpfiff, genossen den Überraschungs-Coup in vollen Zügen.
Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die die Borussia zeigte, ein Rädchen passte ins andere.
Und das mit einer Mannschaft, die ohne einen Neuzugang in der Startformation auskam. Im Tor zeigte Marc-André ter Stegen wieder einmal, warum er zu den größten Talenten des deutschen Fußballs gehört. Erstaunlich souverän und abgeklärt, war er sicherer Rückhalt seines Teams und war immer dann zur Stelle, wenn die Vorderleute doch mal einen Schuss zuließen. In der Viererkette ersetzt Roel Brouwers den verletzten Martin Stranzl und bewies einmal mehr, dass er mehr ist als nur ein Ersatzmann.
„Auf ihn kann man sich immer verlassen, er hat unendlich viele Kopfbälle rausgeholt und man hat ihm förmlich angemerkt, wie er sich gegen ein Gegentor gewehrt hat“, analysierte Borussias Vizepräsident Rainer Bohnhof, der erstmals mit dem neuen vierten Präsidiumsmitglied Hans Meyer das Spiel von der Tribüne der Allianzarena verfolgt hatte. Doch Brouwers Nebenleute waren stets Herr der Lage. Bayerns Flügelflitzer Arjen Robben wurde ständig gedoppelt, teilweise sogar mit drei Spielern attackiert, der Raum für die Münchener stets eng gemacht. Entscheidenden Anteil daran hatten auch Roman Neustädter und Havard Nordveit, die immer wieder zur Hilfe eilten. Die anfängliche taktische Marschroute, mit zwei Spitzen zu agieren, korrigierte Lucien Favre bereits nach wenigen Minuten, beorderte Mike Hanke zurück hinter die dann einzige Spitze Igor de Camargo. Und der Belgier setzte sich dann nach einer ersten Saison mit vielen Verletzungen sein eigenes Denkmal in Mönchengladbach.
Doch wer Favre kennt, der weiß, dass er sich zwar über den Sieg gefreut hat, diesen aber genau einzuschätzen weiß. Schon am Samstag Abend gegen den VfB Stuttgart gilt es nämlich, diesen zu bestätigen.
Und der VfB hat am ersten Spieltag bereits gezeigt, dass die letzte Saison, in der man in der Hinrunde bereits die Chance auf internationale Plätze verspielte, nicht noch einmal passieren darf. Beim 3:0 gegen zugegebenermaßen sehr ordnungslose Schalker zeigte der VfB seine gute Frühform. Und das trotz des kurzfristigen Verkaufs von Nationalspieler Christian Träsch an den VfL Wolfsburg.
Das Team hat mit dem VfB allerdings noch eine Rechnung offen aus der letzten Saison. Nicht nur das 0:7 aus dem Hinspiel in Stuttgart, auch die Partie im Borussia-Park ist nicht vergessen. 2:0 führte der VfL zur Halbzeit, um schließlich kurz vor Schluss durch einen Elfmeter noch mit 2:3 auf die Verliererstraße geschickt zu werden.

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